Im Jahr 2053 sind die USA eine egalitäre Gesellschaft. Alle Bürger, die von der festgelegten Durchschnittsnorm abweichen, werden gezwungen, Handicaps zu tragen. Harrison Bergeron ist ein hochintelligenter junger Mann. Trotz eines sogenannten Nivellierungsringes – ein Gerät, das die Intelligenz vermindert – ist Harrison weiterhin “zu” intelligent, und es droht ihm eine Gehirnoperation.
In dieser SciFi Story befinden wir uns in den Staaten der näheren Zukunft, die allerdings stark nach 50er Jahren aussieht, vermutlich weil es dieser doch eher kleineren Fernsehproduktion schlicht an den Mitteln fehlte wenigstens so etwas ähnliches wie ein futuristisches Ambiente zu simulieren, aber zumindest von der Story gedeckt wird. Lediglich ein um den Hinterkopf getragener Metallbügel zeigt überhaupt, daß wir uns irgendwie in der Zukunft befinden. Allerdings gilt das nur für die normale Bevölkerung, denn die Macher im Hintergrund, die das Gleichschaltungsgesetz überwachen, operieren aus so einer Art antiseptischen Hauptquartier und lenken die Geschicke der Menschen.
Wir hatten also dummerweise einen zweiten Bürgerkrieg und man beschloß alle Menschen gleichzuschalten und quasi in der glücklichsten Zeit mental zu verankern, nämlich den goldenen 50er Jahre. Die Schlauen werden verdummt, die Sportskanonen bekommen Gewichte umgeschnallt und die Hübschen werden der gesichtsmäßigen Norm angepaßt. Keiner soll besser sein oder herausragen und selbst der Präsident wird quasi aus der genormten Masse ausgelost. Hier steht allerdings der Herr mit dem sperrigen Namen Harrison Bergeron im Zentrum, ein Überschlaule, den man in der Schule üblicherweise in der Pause verdrischt, der selbst mit diesem Nivellierungsring noch intellektuell aus der Masse herausragt. Hier hilft nur noch eine Operation und der nette Arzt schickt ihn an seinem letzten noch schlauen Abend in eine Art IQ-Puff (eine der wirklich tollen Ideen des Films), wo noch freier Wille herrscht, was sich allerdings als Falle herausstellt.
Statt der Doofmach-OP gibt es allerdings ein Job beim Fernsehen, das hier allerding nicht wie bei uns nur heimlich doof macht, sondern offiziell den Auftrag hat die Bevölkerung vom Denken abzuhalten und zum Konsumieren anregt. Man erkennt hier wirklich einige Parallelen zur heutigen Welt und leichte Ausflüge ins Orwellsche 1984. Harrison hat als Freigeist allerdings andere Pläne mit dem Fernsehprogramm, was sich als recht tragisch für ihn entwickeln soll.
Für einen Fernsehfilm ist das alles aber sehr gut gemacht. Gut, die Vorlage stammt von einer Kurzgeschichte, aber auch die Umsetzung ist für das schmale Budget recht gut geworden und kann auch ohne Spezialeffekte von ILM gut alleine mit seiner Geschichte leben. Zudem bekommt man eine solide Riege an Darstellern und Fans von Herr der Ringe und Star Wars dürfen sogar zwei ihrer Helden in Rollen vor dem Karrieresprung erleben. Ein Film nicht nur zum Glotzen, sondern auch zum Mitdenken und natürlich auch ein klares Plädoyer für Selbstbestimmung und Eigenständigkeit. Zwar nicht ganz so amüsant für das vage vergleichbare Idiocracy, aber gut.
7/10