Inhalt:
China, nach der bürgerlichen Revolution von 1911. Hau (James Nam) ist ein armer Fischer, doch auch ein hervorragender KungFu-Fighter.
Als seine Tochter auf die Welt kommt, stirbt seine Frau bei deren Geburt. Jahre vergehen, das Mädchen ist krank, es leidet an Diphtherie, und die Medizin ist teuer.
Um die zwei Dollar für die Medizin zusammen zu bekommen, geht der so verzweifelte wie labile Bruder (Yee Lung) von Hau in ein Casino. Er setzt dabei als Einsatz für das Spiel "seinen Kopf", und die Casino-Männer nehmen das Ernst und wörtlich.
Der Bruder von Hau wird im Casino auf fast bestialische Art getötet.
Hau will den Tod seines Bruders blutig rächen. Erst nimmt er sich die Schergen des Casino-Bosses vor, Hau tötet zunächst einen dieser Männer (Travador Ramos) nach brutalem Kampf. Auch ein zweiter Mann (Yukio Someno) hat gegen Hau keine Chance.
Auch der dritte Scherge (Tong Tin-Hei) fällt dem gnadenlosen KungFu von Hau zum Opfer.
Schließlich räumt Hau im Casino auf, und er tötet jeden der Schläger und Guards dieser Spiel-Hölle.
Dann kommt es zum eisenharten, mit äußerster Brutalität geführten Show-Down gegen den Boss (Kim Ki-Ju) des Casinos. Ein gnadenloser, intensiv-blutiger Kampf auf Leben oder Tod muss die Entscheidung herbeiführen.
Kritik:
"Gambling for Head" ist ein intensiver, knallharter und überaus brutaler KungFu-Film, mit einfacher Handlung und jeder Menge kerniger Fight-Action.
Die Atmosphäre ist gediegen, Wiesen und am Ende ein Garten hinter einer Art Herrenhaus, das sorgt für räumliche Offenheit und viel Platz für die Fights, das Action-Geschehen, welches natürlich im Vordergrund dieses eisenharten Eastern steht.
Die Story ist simpel, es geht einmal mehr um Rache und um den einsamen, harten Kämpfer. Der Kniff in der Handlung ist der, dass der wortkarg-grimmige Held erst einmal in drei brutal geführten Duellen gegen 3 Männer fightet. Nur in sehr kurzen Rückblenden erfährt man, das zuvor in einem Casino ein anderer Mann getötet wurde.
Dann kommt die größere Rückblende, was es mit diesem Mann auf sich hat, und in welchem Verhältnis er zum Helden steht. Er ist der Bruder des Helden, der für dessen kranke Tochter sein Leben gibt. So erklären sich die Duelle, die Rache des letztlich einsamen Helden, dessen Frau bei der Geburt der Tochter verstarb.
Dann setzt der Streifen damit fort, wie die Hauptfigur seine Rache vollenden will.
Das alles setzt die Regie -Jimmy Shaw Feng zeichnete für diese verantwortlich- konzentriert, gefällig inszeniert und letztlich doch ohne Schnörkel um, ein reinrassiger, brutal-knallharter KungFu-Actioner, ein KungFu-Hit.
James Nam ist der einsame, superharte Fighter, wortkarg, brüchig in seiner Männlichkeit, kompromisslos und brutal. Grimmige Mimik und auf das Wesentliche konzentriert, geht die Figur von James Nam geradezu stoisch ihren Weg, das ist solide und gekonnt von James Nam performt.
Eine spezielle Rolle, die die am meisten darstellerisches Können hier verlangt, wird von Yee Lung verkörpert. Als feige und geradezu bestialisch getöteter Bruder der Hauptfigur, sorgt er für das Rache-Motiv, ein überaus unsicherer, labiler Mann, der einem grausamen Schicksal entgegen sieht.
Yee Lung spielt das fast schon bravourös. Die Szenen im Casino, als er total unsicher nicht weiß was er machen soll, ob er seinen letzten Dollar einsetzen und gar um seinen Kopf spielen soll, sind darstellerisch und von der Dramaturgie her das Herzstück in "Gambling for Head".
Die Villains spielen eigentlich darstellerisch keine Rolle, sie fighten fast ausschließlich: Yukio Someno, Travador Ramos und Glatzkopf Tong Tin-Hei stehen Nam in gnadenlos harten und langen Duellen gegenüber.
Im Endfight kommt es zum intensiven, irre langen Show-Down gegen Kim Ki-Ju, der den brutal-eiskalten Haupt-Villain überzeugend rüberbringt.
In kleinen Nebenrollen sieht man noch Wu Chia-Hsiang als Casino-Manager und Eastern-Haudegen Chiang Nan als Gambler, bekannte Gesichter für jeden eingefleischten Eastern-Fan. Wenn man mal von der Leiche der Gattin der Hauptfigur absieht, gibt es keine einzige weibliche Figur in diesem rein maskulinistischen Fight-Actioner.
"Gambling for Head" ist ein intensiver, brutal-knallharter KungFu-Fightactioner, mit jeder Menge an Kämpfen.
Klassische Techniken, keine Akrobatik, keine Fliegereien. Reelles, eisenhartes KungFu, so wird richtig gefightet, und doch KungFu-Kampfkunst geboten, ob in den langgezogenen Duellen oder im Massen-Fight im Casino.
Ein brachiales Dubbing unterstreicht die Intensität und vor allem die überaus stark dosierte Brutalität der Fights.
Der Endfight ist natürlich der finale Höhepunkt, ca. 20 Minuten KungFu-Action-Total, treten, schlagen, fighten, bis der Arzt kommt.
Tja, klasse. Ein richtig knackiger, intensiver, knallharter KungFu-Actioner für die eingefleischten Anhänger des Eastern-Genres.
Die holländischen Kollegen von kungfufilms.nl vergaben 6,5/10 Punkte, ich runde das mal auf 7 von10 Punkten auf.