Review
von bodycounter
Eine Woche hat sieben Tage - dieser Film beschreibt in einer Woche
sieben Selbstmorde, alle ausgelöst durch einen Brief, die
Manifestierung des Todesking, in dem die Sinnlosigkeit des Lebens
geschildert wird. Unter Anderem zu sehen sind: ein Amoklauf, Suizid
durch Medikamenten- und Alkoholkonsum, Exekution mit einem Revolver
etc. Die einzelnen Episoden werden von einem Mann unterbrochen, dessen
Verwesungsprozess in Zeitraffer dargestellt ist.
Mit
"Der Todesking" widmet sich Jörg Buttgereit, einer der bekanntesten
Undergroundfilmer Deutschlands, nach der Nekrophilie dem Suizid. Die
Wahl, das ganze in einem Episodenfilm zu realisieren erscheint recht
passend, da die Herbeiführung des Selbstmordes individuell geschildert
werden kann, und dem geneigten Blutfreund auch ein paar
abwechslungsreiche Effekte geboten werden. Der myseriöse Todesking
spielt in dem Film nur eine untergeordnete Rolle, da seine Existenz nur
ein paar mal durch oben genannten Brief Erwähnung findet.
Gedreht wurde auf billigem 16mm, was der Authentizität allerdings zu
gute kommt und den Zuschauer nicht allzuweit auf Distanz hält. Der
Soundtrack ist wie bei Buttgereit/Jelinski Produktionen typische
Keyboardmusik, die in all ihrer Simplistik doch durchaus zur "maroden"
Atmosphäre und pessimistischen Grundstimmung des Films beiträgt. Die
Schaupieler sind allesamt ziemlich unbekannt und liefern eine
durchwachsene Performance. Einige Episoden überzeugen dramaturgisch
mehr, Andere weniger allerdings fällt keine komplett durch.
Fazit:
düster, pessimistisch mit künsterlerischem Gehalt und einer gewissen
Aussage stellt Buttgereits Todesking ein durchaus sehenswertes Drama
dar, das zwar keinen wirklichen Unterhaltungswert besitzt, aber
durchaus zum Nachdenken anregt.