Von Buttgereit kann man ja eh halten, was man will. Sieht sich wohl selbst als "Kunstfilm" bzw. kam auch so rüber.
Ein Kettenbrief, verfasst von der "Bruderschaft des 7. Tages" (An sechs Tagen erschuf Gott die Welt, am siebten Tag brachte er sich um), geht um und treibt verschiedene Leute in den Tod bzw. lässt sie andere töten. Das ist das einzige halbwegs logische Verbindungsglied, ansonsten sieht man jeden Tag der Woche ein anderes Szenario. Die Laiendarsteller versuchen katastrophal bis gut, das maue Skript umzusetzen, der ein oder andere Lacher ist auch möglich. Man hätte deutlich mehr aus der ganzen Sache machen können, bestes Beispiel ist das Amok-Szenario, das leider viel zu kurz, zu dilettantisch und auch total behindert ausfällt. Bis jetzt frage ich mich auch immer noch, was die Aufnahmen einer unbekannten Autobahnbrücke und die Einblendung
von verschiedenen (fiktiven?) Personen zu bedeuten haben. Kamen die bei 'nem Unglück gemeinsam ums Leben? Haben die sich da zu verschiedenen
Zeiten runtergestürzt?
Zwischen den Tagen sieht man eine Leiche im Wald, die nach und nach von Maden und anderem Getier auseinander genommen wird und das im Zeitraffer, fand ich ganz nett. Alles in allem war meine liebste Episode die von der Ollen, die total lethargisch in ihrer Wohnung gefangen scheint, sich betrinkt und Pralinen frisst, während im von ihr beobachteten Appartement der Typ, den sie wohl anschmachtet, mit seiner Perle Suizid begeht. Auch geil war der versiffte Video-Junkie, der sich einen an Ilsa, She-Wolf of the SS
angelehnten Naziploitationer reinzieht, inklusive Asi-Couch und Dosenbier hehe
Der Score ist interessant, minimalistisch gehalten, aber förderlich für die Atmosphäre. Selbige bewegt sich zwischen vereinnahmend und abstoßend, der Homevideo-Stile, die wenigen Schnitte und die teils amateurhaften Kamerafahrten tragen da auch noch einiges zu bei.
Wer's morbide und bescheuert mag, sollte mal einen Blick riskieren, es ist aber eben absolut kein (typischer) Horror-Film, Interpretationsspielraum ist eindeutig geboten, ein Meisterwerk liegt hier beileibe nicht vor.
Gerade noch so 6/10