Dennis Quaid spielt einen verwitweten Offizier, der allein acht Kinder aufzieht und sich schließlich in eine Designerin, gespielt von Helen Hunt verliebt, die ihrerseits ebenfalls Witwe ist und zehn Kinder erzieht. Als die beiden schließlich zusammen ziehen beschließen die Kinder der beiden, die weiterhin unter sich bleiben wollen, die beiden zur Trennung zu bewegen.
"Terminator" ist nach wie vor nur in einer geschnittenen Fassung zu haben, "Starship Troopers" ist indiziert, genauso, wie "Das Ding aus einer anderen Welt". Filme, die man jedoch komplett indizieren sollte, die jedem gesunden Menschenverstand wesentlich heftigeren Schaden bereiten, als die brutalsten und ekelhaftesten Machwerke, Filme wie "Deine, meine und unsere", sind frei erhältlich und werden um 20.15 im Free-TV gesendet. Und selbst ein plakatives "Einfach Scheiße"-Siegel ist weder auf dem DVD-Cover, noch in der Fernsehzeitung zu sehen gewesen. Der Gipfel der Dreistigkeit besteht aber darin, dass uns dieser Müll als Familienfilm verkauft werden soll, obwohl man sich ihn eigentlich nicht ansehen kann, ohne sich zu übergeben, wenn man die Grundschule bereits abgeschlossen hat.
Zunächst einmal stellt der Film ein paar äußerst fragwürdige Thesen auf. Gewalt als Erziehungsmittel wird keinesfalls kritisiert, sondern toleriert und das Motto "Ein kleiner Klaps kann ja nicht schaden" wird von Quaid sogar noch gerechtfertigt. Genauso fragwürdig ist es, dass die Einstellung des ordnungsfanatischen Offiziers zu seiner Familie verherrlicht wird. Statt die Individualität seiner Kinder zu fördern, will er lediglich kleine Marionetten erziehen, wird von seinen eigenen Kinder "Colonel" genannt und vergleicht seine Familie mit einem Schiff, bei dem Funktionalität im Vordergrund steht und der einzelne lediglich ein Zahnrad im System ist. Eva Herrmann wurde für ähnliche Thesen in der Presse förmlich gesteinigt, aber diesem "sympathischen" Familienfilmchen scheint dies niemand übel zu nehmen.
Über diese groben, unverantwortlichen Schnitzer hinaus ist die Story aber auch ansonsten mehr als dürftig. Die Charakterkonstruktion ist vollkommen flach und füllt die typischen Klischees diverser Familienfilme voll und ganz aus und dasselbe gilt auch für die einfallslose Handlung, die von der ersten Sekunde an kalkulierbar ist und keine einzige Überraschung bietet. Zugegebenermaßen ist dies bei vielen Filmen des Genres der Fall, aber hier ist es schon traurig, was sich die Autoren da leisten, zumal es sich um ein Remake handelt, kurz um: Das Drehbuch hätte auch ein Kindergartenkind so hinbekommen.
Inszenatorisch ist "Deine, meine und unsere" ebenfalls ein perfektes Beispiel dafür, was man beim Dreh eines Films auf gar keinen Fall machen sollte. Die eine oder andere kitschige Szene lässt sich bei Filmen des Genres eigentlich verzeihen und eigentlich störe ich mich auch eher selten an kleineren, kitschigen Einlagen, aber das, was Raja Gosnell, der bereits mit "Big Mamas House" und "Scooby-Doo" eher schwache Komödien abgeliefert hatte, hier präsentiert ist jenseits des guten Geschmacks. Die gesamte zweite Hälfte des Films besteht daraus, dass sich die 18 Kinder der beiden besser kennen lernen und nach und nach Freundschaft schließen. Dies hätte man symbolisch an einer einzigen Szene festmachen können, die dann eben ein bisschen rührselig gewesen wäre, aber so wird dies an allen 18 Kindern durchexerziert. Zwei der älteren Mädchen verzeihen sich, dass sie sich um einen Jungen gestritten hatten, die kleineren Kinder vertragen sich immer besser, eines der Kinder wird beim Footballspiel von allen anderen angefeuert, man verbündet sich gemeinsam gegen die Eltern, etc. Selbst für Zuschauer, die bei "Titanic" geweint haben und "Pretty Woman" zu ihrem Lieblingsfilmen zählen, werden hier keinen Gefallen mehr finden, in dieser vollkommen hirnlosen Komposition aus aufgesetzten Gefühlen und Kitsch der schlimmsten Sorte.
Des Weiteren ist Gosnell offensichtlich nicht fähig, den übertriebenen Kitsch zu verrühren und wenigstens einen halbwegs gelungenen Film auf die Beine zu stellen. Das Erzähltempo wird vor allem zum Ende hin teilweise schleppend und die schwachen, blutleeren und vollkommen einfallslosen und uninspirierten Gags, die zu allem Überfluss auch noch schlecht getimt sind, verrühren die Sülze ebenfalls nicht. Die Musik ist kitschig, der Film ist damit schlicht und einfach lächerlich und so eines der schlechtesten Werke, das ich jemals habe sehen müssen. Darüber hinaus gibt es nichts mehr zu erwähnen, da Gosnell schlicht und einfach gar nichts einfällt, um das Desaster irgendwie zu verhindern.
Warum Dennis Quaid diese Rolle angenommen hat, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären, zumal er nach "The Day after Tomorrow" und "Der Flug des Phoenix" eigentlich im Aufwind war. Er spielt zwar halbwegs solide, unternimmt aber auch nichts, um den Film noch zu retten, stattdessen beschränkt er sich darauf, das Klischee des strengen, aber liebenswerten Offiziers auszufüllen und gelegentlich ein liebenswertes Lächeln aufzusetzen. Für Rene Russo, die als kreative, aber relativ chaotische Designerin ebenfalls eine halbwegs solide Leistung bringt, aber keinen einzigen Lacher auf ihrem Konto verzeichnen kann, gilt dasselbe. Die Kinder spielen teilweise ganz gut, sind aber teilweise als nervige Quälgeister schlecht besetzt.
Fazit:
Empfehlen kann ich den Film niemanden, der ein zweistelliges Alter erreicht hat. Der Film ist von der ersten bis zur letzten Minute kitschig, rührselig, langweilig und komplett nach dem Klischee gestrickt. Das hohe Maß an Einfallslosigkeit, das die Macher dabei an den Tag legen ist äußerst bedenklich und der halbwegs solide Cast rettet da überhaupt nichts mehr. Die Gags sind leider genauso unbeholfen und unlustig, wie der ganze Film und damit ist er zu keinem Zeitpunkt unterhaltsam. Erschwerend hinzu kommt noch die Verherrlichung überaus fragwürdiger Erziehungsmethoden, die in einer Komödie, die sich selbst Familienfilm schimpft, rein gar nichts zu suchen haben.
7%