Es war einmal... das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Doch weit gefehlt: In diesem liebevollen Animationsfilm können uns die Tatsachen aus dem Grimmschen Märchen gestohlen bleiben: Der böse Wolf ist Detektiv und die verspeiste Großmutter eine quietschfidele Extremsportlerin, deren verschwundene Rezepte für Plätzchen zur titelgebenden Verschwörung Anlass geben.
Zur Story: Rotkäppchen macht sich mit Gebäck im Korb auf den Weg zur Großmutter. Bei ihr angekommen, findet sie einen verkleideten Wolf vor, der sich später als Reporter entpuppen soll. Plötzlich springt Großmutter gefesselt aus dem Schrank und ein Holzfäller springt durch das Fenster und bedroht die illustre Runde mit einer Axt. Doch wohin sind die Rezepte verschwunden, nach denen alle Tiere im Wald ihre Plätzchen backen? Inspektor Flippers, ein tuntig anmutender Frosch, geht der Sache nach...
Anhand der Schilderung dieser kruden Story erkennt man, dass „Die Rotkäppchen-Verschwörung" es nicht so hat mit dem Transport einer pädagogisch wertvollen Botschaft. Es steht schlicht der Unterhaltungsfaktor dieser Nonsense-Komödie im Vordergrund - und der ist durchaus hoch. Jeder dürfte an der Tätersuche der etwas anderen Art so seinen Spaß haben: Cineasten freuen sich über zahlreiche Anspielungen auf andere Filme („XXX - Triple X", „Der blutige Pfad Gottes", „Indiana Jones und der Tempel des Todes", „Matrix" und andere mehr) aufbauend auf einer „Tat-Rekonstruktion" durch die einzelnen Beteiligten, die in ihrer Grundidee an Akira Kurosawas „Rashomon" erinnert. Kinder dürften die putzigen und tricktechnisch perfekten Animationen der Tiere und Menschen witzig finden und Freunde von Ex-MTV-Moderatorin Sarah Kuttner können selbige als launige Synchronstimme von Rotkäppchen bewundern. Alles in allem ein kurzweiliger Spaß mit reichlich absurdem Humor, der jedoch etwas mehr Story (im zweiten Teil des Films wird dann ziemlich hanebüchen der wahre Dieb der Rezepte entlarvt), Anspruch oder schlicht Sinn gut vertragen hätte.
Fazit: Kurzweiliges und sehr witziges, aber auch anspruchsloses und absurdes Märchen-Tohuwabohu, in dem die Story doch etwas arg simpel geraten ist. Als tricktechnisch perfekter Animationsfilm kann „Die Rotkäppchen-Verschwörung" aber vollends überzeugen.