Jeder kennt sie, die Geschichte vom Rotkäppchen, weil man sie von Mama oder Papa anno irgendwann am Bettchen vor dem einschlafen vorgelesen bekam.
Doch nur die ersten fünf Film-Minuten der "Rotkäppchen-Verschwörung" gleichen der im Jahr 1812 erschienenen Mär der Gebrüder Grimm...
Rotkäppchen radelt zu Omi, doch leider steckt die geknebelt im Wandschrank fest und im Bett liegt Herr Wolf. Bevor es jedoch zum Eklat kommt, wird ein Holzfäller mit einer riesigen Axt durchs Fenster geschleudert.
Die Polizei rückt an und findet raus, dass im ganzen Wald Rezepte gestohlen worden sind. Nun dürfen alle Beteiligten bei ihrer Verhörung ihre ganz eigene Geschichte erzählen und schlussendlich macht sich keiner so richtig verdächtig - bis Komissar Waldbär und sein Assistent Skippers auf einen Hinweis stoßen, der Gold wert ist. Der Täter ist ...
Wird natürlich nicht verraten, doch der Bösewicht hat sich aus dem Staub gemacht und es soll zum großen Showdown in den Bergen kommen...
Eins haben die Produzenten Cory Edwards, Todd Edwards und Tony Leech gemeinsam: Die Drogen, an denen sie geschnüffelt haben, müssen verdammt stramm gewesen sein. Was sie hier auf den Zuschauer loslassen, ist eine aberwitzige Achterbahnfahrt. Die Charaktere der Story sind sehr kreativ und total overacted geraten (Rotkäppchen kann Karate, der Wolf ist in Wirklichkeit ein Journalist und die Omi Extrem-Sportlerin), Film-Zitate, Slapstick und Wortwitz am laufenden Band, und letztendlich auch ein stimmiger Soundtrack, der sich dem ganzen Geschehen perfekt anpasst. Als absoluter Oberbrüller erweist sich das Eichhörnchen als Gehilfe von Journalist Wolf, bei dem ich mir vor Lachen zwei Unterhosen zugesaut hatte.
Vom Film-Aufbau und von der Story her, kann man den Produzenten auch nur die Hand schütteln: Das ganze erweist sich als sehr spannend mit einigen überraschenden Wendungen erzählt.
Mit den Großen wie Pixar oder Dreamworks kann hier nicht ganz mitgehalten werden. Die Animationen bewegen sich dennoch auf einem gehobenem Level. Manche Sachen sehen erschreckend schwach aus und andere wiederrum sind superb gelungen. Dennoch leidet der Filmspaß dadurch nicht im geringsten drunter.
Nur die drei kurzen Gesangseinlagen erinnern an Peter Alexander-Filme und die Geschichte des Holzfällers lähmen ein wenig den Filmspaß - aber das war es dann auch schon mit den Mankos.
"Die Rotkäppchen-Verschwörung" ist ein Allround-Talent geworden; ein Film für jung und alt - und auch Leute dazwischen. Dieser Mix aus Slapstick, Wortwitz und Anspielungen auf andere Filme sei jedem ans Herz gelegt, der sich gerne mal hier und da einen Animations-Film anschaut.
9/10