Das Hauptproblem, das „From Dusk till Dawn 2“ hat, ist sein Titel, der nun einmal unausweichlich auf den Rodriguez-Tarantino-Klassiker hinweist, sich auf ihn beruft (ohne eine Fortsetzung zu sein) und sich dementsprechend Vergleiche gefallen lassen muss.
Dabei wäre Scott Spiegels Film ohne den Titel einfach nur ein ordentliches Stück sauber gemachtes Vampirkino der Moderne, mit Bankräubern, die unter die Blutsauger gehen.
Aber wir haben den Titel zu erfüllen, deswegen wirkt der Plot dann doch ein wenig einfallslos abgekupfert. Wieder eine Gruppe Verbrecher, ein Kurzauftritt des „Titty Twister“, dessen plötzlich wieder lebendiger Barmann (wer weiß, vielleicht spielt der Film auch vor dem ersten Film) die ganze Blutsaugerei überhaupt erst in Gang setzt. Ein paar Szenen (wieder mal) in einem Motel und der Rest spielt in der Bank bei Nacht, die alsbald von der mexikanischen Polizei belagert wird. Und selbstverständlich werden im Finale alle aufgemischt.
Alles schon mal gesehen, handwerklich solide (wenn auch die Fledermausszenen einfach nie überzeugend wirken wollen), aber immer eine Nummer kleiner als im Originalfilm. Robert Patrick ist zwar Verbrecher, aber deutlicher Sympathieträger und so geht ihm der Schein des „dirty bastards“, der Clooney umwehte völlig ab.
Das Potential der fünfköpfigen Gang wird völlig verschenkt, in dem alle außer Patrick binnen 45 Minuten zu Vampiren geworden sind, obwohl da mehr möglich war. Die Charaktere sind Schablonen, hier ist man auf Spaß aus, also geht’s heftig zur Sache.
Leider spürt man das Bemühen um Abgefahrenheit, diverse Male wird Tarantino zitiert, der Duschmord aus Psycho erfährt eine Hommage (gähn!) und die Kamera ist bemüht, Abgefahrenes zu zeigen (Auf und Ab bei Liegestützen, beim Einbruch dreht sie sich mit dem Bohrer).
Aber da alles gerade mal 80 Minuten lang ist, will man sich auch nicht beschweren, so schlecht ist das nicht, nur eben auch nicht wahnsinnig originell. Es splattert auch ein bisschen, doch die Effekte sind weniger sorgfältig (und anders) als im Original, dafür sind die Explosionen durchaus fein. Nur die Sonnenfinsternis als Vampirhelfer war dann des Guten ein wenig zu viel.
Kann man also für einen netten Abend gebrauchen, aber wahrhaft gebraucht hat das niemand. (6/10 im B-Bereich)