Review

Bat Shit Crazy… or Lazy?

Eigentlich schiebe ich diesen Film (und seinen Nachfolger/das Prequel) seit Ende der 90er, als ich „From Dusk Till Dawn“ das erste Mal staunend sah, vor mich her. Rodriguez' Vampirhatz ist für mich ein absoluter Liebling, Top 25 ever, da drüber kommt nicht mehr viel. Der geht immer, weck mich um 3 Uhr nachts und wir gucken den gerne. Aber durch diese enorme Messlatte und den eher miserablen Ruf der beiden „Nachfolger“ traute ich mich an „Texas Blood Money“ und „The Hangman's Daughter“ nie heran. Nun war der Moment gekommen - und es tat gar nicht so weh, wie ich gedacht hatte. Klar, zu sehr darf man mit Rodriguez' Roadtripmolotowcocktail nicht vergleichen. Aber im Grunde hat mich dieser krude „Heistmovie with Vampires“ positiv überrascht. Und vom noch besseren dritten Teil will ich gar nicht erst anfangen… Muss ich mir nun doch die Trilogiebox holen? Naja, warten wir mal ab…

„From Dusk Till Dawn: Texas Blood Money“ konnte vielleicht nicht wie Teil 1 mein Herz im Blutsturm gewinnen - aber es gibt doch eine Menge Dinge, die mir gefallen. Erst recht wenn ich mit einer modernen Vampirvariante wie etwa „Day Shift“ auf Netflix vergleiche - da sagt mir dieser Namens-, Franchise- und Videothekennutzniesser doch eine ganz Ecke mehr zu. Handgemachter. Dreckiger. Abgefuckter. Cooler. Und das nicht nur gewollt cool. Campbell im Intro. Trejo und Robert Patrick. Sogar Kevin Smith in einer kleinen Nebenrolle. Das sind ohne Frage Hochkaräter und weitere Pluspunkte. Einen Bankraub mit Beißern sieht man auch nicht alle Tage. Es splattert, es ist sandig, es gibt Titties und den Titty Twister. Wenn auch nicht allzu viel. Coronabierwerbung. Wenig Tequila, ein paar Umdrehungen. Von vornherein klar, keine Zweiteilung oder Überraschungen. Schmelzkörper. Shotguns. Nicht schlecht, nicht schlecht. Wie gesagt, ich hatte eine Katastrophe und reinen Cashgrab erwartet - wie bei vielen drangepappten Sequels a la „I Know What You Did Last Summer“ letzte Woche. Aber nein, „Texas Blood Money“ klotzt gut rein und kleckert dazu viel roten Lebenssaft. Vielleicht einfach nicht im Double Feature mit dem unerreichten Erstling gucken, denn der ist wie gesagt einfach eine andere Liga und ein Primus. Richtig schlecht sind hier eigentlich nur die wenigen Computereffekte und die manchmal sich etwas verlierende bis nonexistente „Story“. Ansonsten läuft das gut den Bach herunter und ist, darf ich das sagen, underrated und verrufen.

Fazit: Nicht ansatzweise so geil wie das Original, insgesamt vielleicht nichtmal wirklich toll - aber immerhin viel besser als die Befürchtungen. Flotte, etwas zu dunkel gefilmte 90er-Videotheken-Vampir-Mix-Platte - wenn man keinen Klassiker erwartet und nicht zu viel mit dem Vorgänger vergleicht, kann man sich den mal geben! Und Teil 3 ist noch ein gutes Stück besser!

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