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kurz angerissen*

Äußerst stimmungsvoll in Szene gesetzter Haunted-House-Prototyp, der aufgrund der Figurenkonstellation zunächst wie eine verquere Screwball-Komödie beginnt und die Spuren des Humors auch noch hineinträgt in die durchaus unheimlichen Gruselsequenzen. Unidentifizierbares Frauengewimmer, wie von Geisterhand ausgeblasene Kerzen, Licht- und Schattenspiel in den großräumigen Winkeln des Hauses mit Meerblick und Erzählungen von paranormalen Erscheinungen, denen man selbst nicht beiwohnte, können selbst unter Berücksichtigung der inzwischen vergangenen Jahrzehnte immer noch Gänsehaut hervorrufen, wenn man sich nur tief genug in die Handlung hineinversetzt. Ray Milland und Ruth Hussey begegnen den Geschehnissen jedoch mit der lakonisch-lapidaren Skepsis aufgeklärter Großstädter, was die Ereignisse sehr auflockert. Entgegen der sehr guten Schauspiel-, Trick- und Kameraarbeit passt der Soundtrack leider nicht immer ganz ins Bild; manch atmosphärische Einstellung verdirbt er mit der weit ausholenden Geste einer Schmonzette. Da es auch mit die Anschlusslogik nicht immer weit her bestellt ist, bleibt dem „Unheimlichen Gast“ ein echter Klassikerstatus knapp verwahrt. Für einen Geheimtipp reicht es aber unbedingt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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