Liebesfilme, Komödien oder als Hybrid: Romantic Comedys sind ein sehr populäres Genre, in dem sich immer wieder bekannte junge und attraktive Frauen finden lassen. So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis sich Pop-Sängerin Lindsay Lohan dazu genötigt fühlte nach „Freaky Friday“ (2003) und „Herbie fully Loaded“ (2005) wieder in einem größeren Film selbigen Genres mitzuwirken. Der Stab von „Just My Luck“ – so der Originaltitel – indes ist schon erfahrener. Regisseur Donald Petrie hat zuvor mit „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“ (2003) und „Miss Undercover“ (2000) schon solide Kost des Komödien-Genres abgeliefert, ohne allerdings den ganz großen Coup gelandet zu haben. Und genau das ist das Problem von „Zum Glück geküsst“: Es fehlt die Innovation und es wird die banale Konvention gelebt.
Das Leben von PR-Managerin Ashley Allbright (Lindsay Lohan) ist eine einzige, riesige Glückssträhne: Sie hat in ihrem Job gerade eine Beförderung erhalten, schlägt die besten Schnäppchen beim Shoppen und bekommt immer sofort ein Taxi. Jake Hardin (Chris Pine) hingegen hat im Leben nur Pech: In seinem miesen Job als Mädchen für Alles in einem Bowlingcenter geschieht ihm ein Missgeschick nach dem anderen und er steht kurz vor der Kündigung, nachdem er einen Auftritt der Band „McFly“ bei anwesenden Talentscouts vermasselt. Dann begegnen sich Ashley und maskierte Jake zufällig auf einer von Ashley organisierten Charity-Party und küssen sich. Fortan wendet sich das Blatt: Ashley wird vom Pech verfolgt, während Jake nur noch Glück zu haben scheint. Sie verliert ihren Job, ihre Wohnung und er kann den Musik-Produzenten Damon Phillips (Faizon Love) davon überzeugen, mit „McFly“ eine Platte aufzunehmen was ihm als Quasi-Manager viel Geld und einen beruflichen Aufstieg beschert. Eine Wahrsagerin gibt dafür den Grund: Bei dem Kuss ist das Glück von Ashley auf Jake übergegangen und nur durch einen erneuten Kuss kann sie es sich „wieder holen“. Ashley begibt sich auf die schier aussichtslose Suche nach Jake – schließlich war er maskiert…
Wie die ganze Sache ausgeht, ist klar: Ashley und Jake lernen sich kennen und verlieben sich ineinander. Das kann hier deshalb verraten werden, da das Happy End ohnehin zu jeder Sekunde dieser mediokren Romantic Comedy nach Schema F abzusehen ist. Das einzig Neue an „Zum Glück geküsst“ ist die banale Annahme, welche sich schon im deutschen Titel manifestiert: Das Glück ist wandelbar und kann sich ebenso wie das Pech durch Küsse von Mensch zu Mensch übertragen. Dass dies unlogisch ist, da es scheinbar nur zwischen den Figuren Jake und Ashley zu funktionieren scheint, sei erst einmal dahingestellt. Viel schwerer ins Gewicht fallen die Banalität und Naivität, mit der diese eigentlich doch im Kern originelle Idee aufgezogen wurde. Das „Glück“ bzw. dessen Absenz dienen nur als Vorwand für zahlreiche peinliche und humoristische Situationen, in welche die Protagonisten immer wieder gebracht werden. Doch mies gelaunte schwarze Frauen im Knast, Unfähigkeit zur Bedienung einer Waschmaschine und diverse beschmutzte oder durchnässte Klamotten durch Vogelkot bzw. plötzlichen Regen dienen letztendlich nur dazu, die eindimensionalen, flachen Gutmenschen-Charaktere noch sympathischer zu machen.
Lindsay Lohan ist nun wahrlich keine Charakterschauspielerin, jedoch fällt ihr begrenztes schauspielerisches Talent hier zwischen dem allzu stromlinienförmigen Plot, welcher gewürzt ist mit einiger Situationskomik und den obligatorisch hysterischen weiblichen Nebenfiguren, kaum auf. Hin und wieder beginnt jedoch ihre an die Pubertät erinnernde wechselbadartige Gemütslage zwischen ekstatischem Dauergegrinse und Frustriert-Sein zu nerven. Auch Chris Pine („Smokin’ Aces“ und demnächst in „Star Trek“ als Kirk zu sehen) kann in seiner Rolle als Trottel vom Dienst in all ihrer Konventionalität kaum Akzente setzen. Zu überraschungsarm, ja, vorhersehbar ist das Ganze (auch was die Gags angeht), zu platt die Umsetzung, zu substanzlos und nahezu anbiedernd wurde die Ausgangsidee umgesetzt. Doch das Finale setzt dem ohnehin nicht sonderlich positiven Gesamteindruck die Krone auf: Das Happy End an der Grand Central Station ist an Kitsch und Süßlichkeit nicht mehr zu überbieten.
„Zum Glück geküsst“ ist ein konventionelles und vorhersehbares Stück Genrekino, welches bis auf die „glückliche“ Ausgangsidee keine eigenen Ideen entwickelt. Lindsay Lohan ist zwar ganz nett anzuschauen, weiß aber ebenso wie ihr Pendant Chris Pine dem Film nicht wirklich eine individuelle Note zu geben. Ein triviales Liebesfilmchen mit wenigen Stellen zum Schmunzeln. Alles in Allem enttäuschend.