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Der verwitwete Rancher Dan Logan (George C.Scott) und sein Sohn Chris campen eines Nachts auf ihrer Ranch, um ein bisschen den warmen Sommer auszunutzen. Während der Vater im Zelt schläft, liegt der Junge im Schlafsack im Freien. Am nächsten Morgen wacht Dan auf, nur um entsetzt festzustellen, dass über 200 seiner Schafe verendet sind und, was wesentlich schlimmer ist, seinen Sohn ohnmächtig aufzufinden. Im Krankenhaus teilt man ihm mit, man kümmere sich um Chris, aber er darf ihn vorläufig nicht sehen… es wird immer deutlicher, dass die US-Armee in einem nahen Fort mit Giftgas experimentiert hat und dass dieses nun droht, Vater und Sohn qualvoll sterben zu lassen. Dan sinnt auf Rache…

George C. Scott, Schauspiellegende und Oscar-Preisträger (1970 für „Patton“), dreht 1972 als sein eigener Regisseur diesen schnörkellosen, bitteren und spannenden Rachethriller. Sein Dan Logan ist ein rechtschaffender, gesetzestreuer Bürger, der, durch den drohenden Verlust seines Sohns, zum Racheengel wird. Wahrlich kein neuer Stoff, und dennoch gelang Scott in vielen Momenten Akzente zu setzen. Er ist nicht nur als Rachethriller, sondern er ist eben auch in der Tradition der Verschwörungsthriller der 70er entstanden (z. B. wie „Zeuge einer Verschwörung“) und diese bedrohliche Atmosphäre ist dann besonders gut gelungen, wenn Logan alias Scott gegen eine Mauer des Schweigens rennt. Und in der letzten halben Stunde wird dann ordentlich in die Luft gejagt und geballert und wie in vielen Rachefilmen jener Zeit ist Rache hier auch Rache an einem industriell-militärischen Staatskomplex, dem der Einzelne ohnmächtig gegenübersteht. Vietnam, Watergate etc. lassen grüßen und George C.Scott war ein dezidiert linker Schauspieler, der an der Staatlichkeit hier kein gutes Haar ließ. Das Ende verheißt nichts Gutes, so viel sei gesagt, und eine Befriedigung unserer Rachegelüste sieht irgendwie auch anders aus.

George C. Scott gelingt es meistens, sich selbst als Schauspieler „gut zu führen“, einige Male grimassiert er dann doch zu sehr und auch inszenatorisch gibt es einige Holprigkeiten, aber insgesamt ein spannendes, gutes Debüt, welches leider viel zu unbekannt ist, aber eine Neuentdeckung wert ist
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Fun Fact: In einer Nebenrolle sieht man den jungen Martin Sheen als dubiosen Krankenhausarzt! Und noch eine Warnung: wer Katzen mag, wird bei einer Szene schockiert sein. Beklemmend ebenso die Szene mit den Versuchstieren, wo der Held heutzutage sicher noch etwas anders reagiert hätte.
7/10.

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