Review

Manch simple Titel suggerieren Szenen von spektakulärer Kampfkunst, knallharten Ballereien oder mitreißenden Schlachten, doch in dieser Hinsicht vermag der kroatische Independent-Beitrag beileibe nicht zu punkten.
Und das liegt nicht nur an der mangelnden Dramaturgie und den schwachen Akteuren.

Sphinx (Mirko Cro Cop Filipovic) vergeigt seinen letzten Auftrag im Dienste der Organisation S.I.N, weil er eine Zeugin am Leben ließ. Kurz darauf wird er für ein ungewöhnliches Rehabilitations-Programm auf eine Insel geschickt, wo er per Computerüberwachung gegen weitere Soldaten im Exil antreten muss. Dabei begegnet er seiner früheren Beziehung Nina und Janus, dem Controller der Organisation. Doch sein gefährlichster Auftrag steht Sphinx noch bevor…

Die Handlung schießt sich rasch auf die Hauptfigur ein und verlagert das Geschehen nach kurzer Einleitung auf die Insel, auf der es zugeht wie in einem drittklassigen Prügel-Adventure, während der Computer bei den Fights an verschiedenen Stellen „Damage“ oder gar Fatal Damage“ anzeigt.
Sphinx erhält null Charakterprofil, schaut mit versteinertem Blick durch die Gegend und versprüht dabei äußerst wenig Charisma, denn ein typischer UFC-Kämpfer ist nun mal selten ein überzeugender Darsteller, auch wenn die körperliche Präsenz durchaus überzeugt.

Demgegenüber enttäuschen die Kämpfe auf annähernd ganzer Linie, die Choreographien sind schlicht und begrenzen sich auf einige Tritte, Schläge und Hiebe. Nichts Akrobatisches, nichts Spektakuläres und auch in Sachen Härte schlägt man eher zurückhaltende Töne an.
Dazu gibt es ein paar Ballereien, doch auch hier ist außer kurz angedeuteten Kopfschüssen kaum Derbes im Spiel.
Immerhin kommt im Mittelteil einigermaßen Tempo auf, doch Sinn ergibt das Treiben mit Computerüberwachung, Herumlatschen auf dem Inselgelände und Befreiung der Exfreundin kaum, zumal Motive und Ziele der zwiespältigen Organisation äußerst schwammig bleiben.

Insofern entsteht zu keiner Zeit ein Mitfiebern, denn unser Held bleibt ein steifer Klotz ohne Emotionen, lediglich gegen Showdown wird eine vorhersehbare Intrige um Machtverhältnisse und Loyalität aufgedeckt, doch das Finale gerät genauso spannungsfrei, wie die Frage um den verdeckten Bösewicht im Hintergrund.

Inszenatorisch ist dem Werk ansonsten nicht viel vorzuwerfen. Kamera und Schnitt liefern okaye Arbeiten ab, obgleich das Timing, besonders bei den Fights, ein wenig mehr auf Zack sein könnte. Farbtechnisch unterstreichen die schwachen Kontraste die leicht surreal angehauchte Atmosphäre auf der Insel und die wenigen Aufnahmen in einer nicht näher genannten Großstadt bilden ein adäquates Pendant. Leider ist die übrige Ausstattung äußerst karg ausgefallen und auch die Wahl der Schauplätze zeugt von wenig Fantasie. Dafür stimmt der Score in einer Mischung aus beatlastigem Trance und etwas orchestraler Untermalung mit zurückhaltender Note.

So kämpft sich unser Held Sphinx durch verschiedene Zweikämpfe, knutscht mit Nina auf einer Wiese, trifft den Controller am Rande eines Friedhofs und kann am Ende niemanden mehr trauen, vor allem nicht, wenn er bewegungsunfähig im Raum hängt und ein garstiger Wicht alle paar Sekunden zum Fausthieb auf die Magengegend ausholt.

Der Gesamteindruck ist am Ende nicht so katastrophal wie einige erwähnte Negativaspekte glauben machen könnten, doch in Sachen Unterhaltungswert fällt er insgesamt nur mäßig aus und entspricht somit nicht unbedingt einer Empfehlung für Kampfsportfreunde oder solcher, die es mit etwas mehr Krawumms mögen.
Knapp
4 von 10

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