„ I belive that violence and pornograhpy give you the same sence of excitement.” Willkommen in der Welt des Tsurisaki Kiyotaka! Der Japanische Fotograf und Filmemacher ist einer der Hauptakteure der Kinky Culture, einer japanischen Unterground-Bewegung, welche als einer der extremsten Kunstformen der medialen Welt angesehen werden kann. Die Mischung aus Fetisch, Bondage, S/M, Tod und Verstümmelung bestimmt das schaffen der Künstler, zu welchen auch berühmtere Namen gehören wie Romain Slocombe. Kiyotaka, welcher zuvor bei einer AV-Company (jap. Porno Produktionsfirma ) sein Regiedebut mit dem S/M-Streifen Captive in school uniform: Paranoid Garden machte, wandte sich ab dem Jahre `94 vom reinen Erotikfilm ab um seine Laufbahn als Fotograph des Todes zu beginnen. Seitdem bereiste er alle „gefährlichen“ Länder der Welt auf Suche nach Motiven. Seine Fotos erschienen meist in Bildbändern wie „10 Stories of deadly speed“ oder „Cruel world journey: Blinded by dead bodies“, welche mittlerweile zu Sammlerpreisen über den Tisch gehen. Die Motive zeigen stets den Tod, egal ob Mordopfer oder Autounfalltote, jedoch in einer Ästetik die an die ganz großen Fotographen locker heranreicht. Ob nun die Darstellung des realen Todes moralisch oder ästetisch vertretbar ist, sollte jeder mit sich selbst ausmachen, fest steht nur das der transgressive Charakter Kiyotakas Arbeit auf einer Stufe steht mit den Werken eines Georges Bataille und mit der bildlichen Präsenz der Fotos Nobujoshi Arakis locker mithalten kann.Auf einer seiner Reisen durch Kolumbien stieß Kiyotaka in Bogota auf das „Magazin“, eines der gefährlichsten und übelsten Ghettos Südamerikas. Huren, Straßenbanden und Drogendealer prägen hier das Tägliche leben, und irgendwann landen die meißten von ihnen bei Ihm: Froilan Orozco Duarte, dem örtlichen Leichenpreparator. Orozco ist ein Mann der seinen Beruf liebt; mit stoischer Ruhe präpariert er die Leichen für ihre letzte Reise. Den meißten wurde vor ihrem, meißt gewaltvollen, Tod die Menschenwürde abgesagt, Orozco stellt sie zumindest Äußerlich wieder her. Über 50.000 Leichname soll er in seiner mehr als 40 Jährigen Arbeitszeit geöffnet, gewaschen und für das Begräbnis bereitgemacht haben.Kiyotakas Kamera ist stehts am Limit, sie zoomt in die offenen Brustkästen herein, aber noch detailierter studiert sie Orozcos Mimik, welche dem grausigen Szenario doch einen Hauch von Menschlichkeit gibt. Ebenfalls entblößt der Film auf drastische Art und weiße die Zustände auf den Straßen der Kolumbianischen Hauptstadt, selten wird das Elend in einem Dokumentarfilm so bedrückend dargestellt. Orozco starb während den Dreharbeiten, friedlich in einem Krankenhaus. Zurück bleibt ein Film wie ein Denkmal. Kiyotaka erschuf somit ein Werk, dass gleichzeitig als ein subversiver Beitrag zur Kinky Culture, aber auch als ein ambitionierter Dokumentarstreifen angesehen werden kann, eine Mischung die in dieser Hinsicht einzigartig ist.
P.s: Man kann dem Film zu keinem Augenblick einen exploitativen Aspekt zusprechen, was ja zu vermuten wäre, wenn ma die dumm-dreisten real death Beiträge wie Faces of death gesehen hat. Daher eindeutig 9 Punkte!