Der dritte Teil der Saga um Vampire und Gangster verschreibt sich vollends dem Westerngenre, in seiner Aufmachung der staubigen Kulisse Mexikos, mit rauchenden Colts und öffentlichen Hinrichtungen. Sicher ist dieser Film kein weiterer "Zwei Glorreiche Halunken", wenngleich der Anfang etwas daran erinnert, bei dem der Bandido Johnny Madrid (Marco Leonardo) seiner Strangulierung knapp per Pferd mit der schönen Esmeralda entkommt, doch allemal origineller, als Scott Spiegels erstes Sequel. Gleichzeitig zu dem Gangstergeschehen reist der Journalist Ambrose Bierce durch diese gottverlassene Gegend, sehr gelungen ist Michael Parks als stets angetrunkener Atheist, der sich sogleich mit dem pseudofrommen Pärchen Mary und John Newlie anlegt. Dazu gesellt sich ein abgebrannter Vertreter und die Gesetzeshüter, die Madrid und seinen Männern folgen, natürlich trifft man sich in einer altertümlichen Kaschemme, deren Barmann Danny Trejo erneut die eskalierende Situation im legendären Titty Twister mitten in der Einöde aufleben lässt. Nach dem vermurksten Vorgänger von Scott Spiegel kehrt dieses weitere Sequel mit einem etwas gelungeneren Look zurück, teilweise auch mit besserem Humor, ohne nun gleich ein weiteres Kultpotential für sich beanspruchen zu können. Sobald es Nacht wird, ist sonnenklar, welcher Plottwist sich hier noch einmal wiederholt, nur vor anderen Kulissen, die mit Katakomben im Fackellicht schon fast wie "Indiana Jones" wirken, und auch anderen Charakteren. So locken Tequila, Frauen und Schlägereien (selbst beim Pfaffen John Newlie) bis zur vorhersehbaren Verwandlung der Vampire mit ihren nicht gerade gelungenen Masken, zeitgleich mutiert die Latinofolklore zu Metalbeats. Da lässt man sich zwar zum Vampirtango hinreissen, während das blutige Gemetzel tobt, womit TV- und Video-Regisseur P.J. Pesce seine limitierten Qualitäten zu temporeichen Szenen noch einmal ausspielt, die Schwäche ist allerdings die wiedergekäute Grundidee, denn "From Dusk Till Dawn 3" bedient sich grob bei jenem Klassiker von Robert Rodriguez, der hier neben Quentin Tarantino nur noch als Produzent bzw. vermarktungswirksamer Werbeträger auftaucht. Für die kleine, anspruchslose Unterhaltung reicht es allerdings, der Splatter- bzw. Goregehalt ist solide dank eines blutigen Finales, wo die Fürstin der Finsternis noch immer fälschlich als Santanico Pandemonium bezeichnet wird.
Fazit: Netter Vampirwestern, der ohne Anlehnung an das kultige Original mehr Boden gutmachen würde. 5/10 Punkten