Review

„From Dusk till Dawn 3“ ist zwar etwas besser als der zweite Teil, aber ehrlich gesagt nicht sehr viel.
Zur Zeit des Wilden Westens ist der gealterte Schriftsteller Ambrose Bierce (Michael Parks) unterwegs und wird Zeuge, wie man den Banditen Johnny Madrid (Marco Leonardi), welcher in Esmeralda (Ara Celi), die Tochter des Henkers (Temuera Morrison), verliebt ist, hängen will. Doch in letzter Sekunde wird Johnny von einem Unbekannten gerettet, kann sich Esmeralda schnappen und den Weg freischießen. Damit beginnt der Film mit einem ziemlich netten Shoot-Out, das sowohl etwas von Western als auch von Actionfilm hat.
Ambrose steigt in die Postkutsche um seinen Weg fortzusetzen, wo er das Ehepaar Mary (Rebecca Gayheart) und John Newlie (Lennie Loftin) trifft. Johnny trifft sich mit seiner Bande, den Henker und dessen Häscher im Nacken. Nach einigem Geplänkel mit Esmeralda und seinem unbekannten Retter, der sich als Mädchen herausstellt, will Johnny flugs Geld ins Säckel bringen und überfällt die Postkutsche. In dieser Phase kommt recht stimmiges Westernflair auf und der Postkutschenüberfall ist richtig schick inszeniert.

Nach dem Überfall trennen sich die Wege der verschiedenen Parteien wieder, doch nach und nach erreichen sowohl Ambrose und die Newlies, als auch die Banditen und der Henker mit seinen Männern eine Mischung aus Kneipe, Hotel und Bordell in der Wüste: den Titty Twister, in dem auch schon zur damaliger Zeit die Vampirbrut hockte...
„From Dusk till Dawn 3“ läuft an sich genau nach dem gleichen Prinzip wie der erste Film ab: Erste Hälfte zur Einführung der Figuren aus dem einen Genre (hier: Western), die zweite Hälfte als anderes Genre, in beiden Fällen Splatter. Natürlich zeigen sich an dieser Konstellation gewisse Abnutzungserscheinungen, da auch schon Teil 2 recht ähnlich verlief, das Schema aber etwas variierte. So hält sich die Spannung in Grenzen, wenn auch nur im Mittelteil, quasi dem Verbindungsstück zwischen Western und Splatter, Längen auftreten.
Der Westernpart ist an sich recht atmosphärisch geraten und ist an sich das Beste an dem Film. Es gibt immer wieder ein paar nette Shoot-Outs, die von der Inszenierung her irgendwo zwischen Western und modernem Actionfilm liegen und ziemlich schick gemacht sind. Die Atmosphäre ist staubig; Anspielungen auf das Westerngenre hingegen sind nur wenige und nicht sehr offensichtliche vorhanden. Leider geht die Atmosphäre nach Erreichen des Titty Twister etwas verloren, da man hier zu sehr mit Mystery-Stimmung zu arbeiten, die mit der sengenden Westernsonne nicht so ganz einhergehen will.

Der Splatterpart ist ganz nett geraten, aber deutlich schwächer als der des ersten Teils, weshalb „From Dusk till Dawn 3“ auch nur knapp über dem Durchschnitt liegt. Die Effekte des Films sind zwar bis auf wenige Ausnahmen gelungen, aber selten vertritt man hier den schrägen Humor wie das Original. Die wenigen witzig gemeinten Splatterszenen (z.B. der Eiertritt mit dem Messerschuh) bieten zudem eher plumpen Humor. Lobenswert hingegen ist der Versuch eine Art Vorgeschichte zum Original zu erzählen, wobei einige der Anspielungen (die Schlucht hinter dem Titty Twister als Parallele zum ersten Teil) wirklich gelungen sind.
Die Schauspieler sind allesamt wenig bekannt, spielen aber durch die Bank weg ganz ordentlich. Die besten Darbietungen kommen ganz klar von FDTD-Inventar Danny Trejo (wieder in der gewohnten Barmann-Rolle) und Temuera Morrison als Henker mit dunkler Vergangenheit, die ziemlich gut agieren.

Dank Westernatmosphäre und ein paar netter Shoot-Outs liegt „From Dusk till Dawn 3“ über dem Durchschnitt, aber es bleibt ein Western-Abklatsch des Originals mit wenigen Innovationen.

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