Review

Mexicans vs. Vampires

Wie ich gestern in meinem Review zum zweiten Teil der „From Dusk Till Dawn“-Trilogie schrieb, habe ich auch diesen Part III, das Prequel im Mexiko vor 100 Jahren, lange nicht gucken wollen. Zu großen war der Respekt und die Liebe zum genialen Original, zu schlecht war der Ruf der DTV-Sequels. „Texas Blood Money“ war zu meiner Freude aber schon… okay bis gut. Und „The Hangman's Daughter“ setzt als sandiger Genrehybrid kreativ, action- und storytechnisch nochmal einen drauf - manchmal fast näher an „Desperado“ als an Rodriguez' Vampirmythos. Mit Twists, Stiländerungen und Genreabzweigungen kennt sich das Franchise definitiv aus. Aber nochmal: man darf halt nie die Messlatte des Originals auspacken, dagegen kackt auch dieser Horrorwestern ab. Für sich stehend macht das aber schon was her. Die Geschichte handelt von einem Pistolero, der mithilfe der mysteriös-hübschen Esmeralda ganz knapp dem Galgen entkommt und von nun an auf der Flucht ist - und dabei in die Ursprünge der aus dem Vorgänger bekannten Vampirlegende reitet…

Ein gutes Stück imitiert „The Hangman's Daughter“ in Aufbau und Ton das Original, was man ihm aber kaum übel nehmen kann. Das Westernsetting und die 100 Jahre Zeitunterschied geben genug Alleinstellungsmerkmale. Dazu ist unser Antiheld ein ziemlicher Killer und Badass. Die Latinas sind zeigefreudig und heiss. Auch ohne Selma Hayek. Das Design der Vampirgesichter hat dem Zahn der Zeit standgehalten und das aztekische Artdesign im und unter dem Titty Twister ist ein weiteres Highlight. Auch wenn der Salon hier ja noch gar nicht Titty Twister heißt. Ich könnte mir vorstellen, dass die damals Teil 2 und 3 back-to-back gedreht haben und das Budget für womöglich eine größere Fortsetzung in eben diese zwei Vidrothekenhits gesteckt haben. Und auch wenn ich ein aufwändigeres und noch besseres Kinosequel gerne und sicher auch früher gesehen hätte, kann ich wie man sieht auch mit diesem Prequel exzellent leben.

Fazit: überraschend gelungenes Prequel zu einem meiner liebsten Filme aller Zeiten - besser als in „The Hangman's Daughter“ konnte selbst Carpenter kaum Vampire und Western kombinieren. Befürchtungen widerlegt!

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