Review

Die Liste bekannter Horrorfilme aus Singapur ist durchaus überschaubar und daran wird auch der Streifen von Kelvin Tong nichts ändern, der mit seinem mystisch angehauchten Kriegsgrusel keinerlei Akzente zu setzen weiß.

Malaysia im Januar 1942: Kriegsdokumentarfilmer Fuji schließt sich einer Truppe auf der Suche nach ihrer Division im Dschungel an, bis jemand einen Geist zu sehen glaubt und in nächtlicher Dunkelheit Frauengesang ertönt. Sind das Zeichen totaler Erschöpfung oder geht etwas Übernatürliches in der abgeschiedenen Wildnis vor?...

Für einen Kriegsfilm wird erschreckend wenig Action geboten, was nicht zwangsläufig nach hinten losgehen muss, wenn denn ausgleichend für Atmosphäre und Schrecken gesorgt wird, was eben nicht der Fall ist. Die Figurenzeichnungen fallen verdammt mager aus, etwaige Hintergründe der Soldaten werden allenfalls angedeutet und warum der Irre ausgerechnet mit hoher Stimme lispeln muss, erschließt sich ebenfalls nicht. Das Treiben fällt indes reichlich dialoglastig aus, wobei jeder Versuch von Tiefgang im Keim erstickt wird und spätestens bei den wirren Ausschweifungen des verletzten Anführers über Lieblingsessen das Interesse vollends schwindet.

Hinzu kommt die unzureichende Ausleuchtung der Nachtszenen und die generelle Tatsache der Ereignisarmut: Mal abgesehen von wiederkehrenden Frauengesang (mit viel Hall) und damit vermengtem Babygekreische ereignet sich wahrlich nicht viel, da vom Feind rein gar nichts zu sehen ist und Konflikte innerhalb der Gruppe erst gegen Ende auftreten, als gleich zwei der Spionage bezichtigt werden.

Die Auflösung der Chose erfolgt zwar mit einer Überraschung, doch viel Sinn ergibt die schlussendliche Pointe nicht, zumal die Vorzeichen sehr vage sind. Es erklärt jedoch zumindest die isolierte Situation der Truppe und die Tatsache, dass kaum ein Kontakt nach außen zustande kommt.

Ansonsten ist den Mimen nicht viel vorzuhalten, die Kamera arbeitet ebenfalls passabel, die wenigen Splattereinlagen wie Würmer im Fleisch und abgetrennter Arm sehen okay aus, nur der Score wirkt latent unpassend zwischen 70er Softporno und Tanzmädchen auf einer verträumten Blumenwiese.

Erneut zeigt sich, dass Filme mit verzögerten Veröffentlichungen meistens nichts taugen und wer seine Geschichte ohne genügend spannende Momente erzählt, am Ende keinen Knalleffekt mehr bieten muss, da das allgemeine Interesse bis dato nahezu verschwunden ist.
Auch wenn hier passable Ansätze vorhanden sind, verhindern eindimensionale Abläufe und ausbleibende Bedrohungen einen notwendigen Unterhaltungswert, - da vermag die durchaus überraschende Pointe nicht mehr viel ausrichten.
3,5 von 10

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