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Mittlerweile ist Schmulli Seagal alle paar Monate in einem neuen Streifen zu bewundern. Dass er bei soviel Arbeit kaum abnimmt, fällt schwer zu glauben. Aber etwas agiler wirkt er als „Söldner der Gerechtigkeit“ tatsächlich im Vergleich zu Werken wie „Black Dawn“ oder „Foreigner“. Ich hatte schon die Befürchtung, dass man den armen Kerl irgendwann nur noch mit Metallseilen wie eine Marionette bewegen kann, doch nach „Mercenary for Justice“ müssen sich die betreuenden Zivis erstmal unbezahlten Urlaub gönnen. Mit der zweiten Zusammenarbeit zwischen Seagal und Regisseur FauntLeRoy ist eine deutliche Steigerung zum öligen „Today you die“ erkennbar. Das mag auch am höheren Budget liegen, aber mit dem Kriegsschauplatz irgendwo in Südafrika, bei dem fast 20 Minuten lang geballert wird und mindestens einmal pro Minute etwas explodiert, hätte ich nicht gerechnet. Das wirkt weitestgehend realitätsnah, wenn Panzer rollen, Leute von Schüssen getroffen durch die Luft fliegen und sich Schutt und Asche breit machen. Mittendrin nimmt man den Söldner Seeger (Seagal) wahr, der mit seiner Truppe in einer schier ausweglosen Situation steckt. Für wen er da seinen Speckhals hinhält, weiß man zunächst nicht und wenn kurz darauf die Familie des französischen Botschafters konfettisiert wird, ist der Zuschauer natürlich verunsichert. Leider wird es danach noch konfuser, denn die Story ist ein wenig überladen mit Nebenhandlungen und Figuren, deren wahre Absichten erst gegen Ende ein wenig deutlicher werden. So hangelt sich Seagal vom Kriegsschauplatz zu den Hinterbliebenen eines gefallenen Kameraden, die kurz darauf entführt werden, dazu kommt die Befreiung aus einem Knast, ein smarter Bankraub und ein Old-School-Finale mit einem beachtlichen Bodycount. Tatsächlich aber kann sich die Action sehen lassen, jeder im Weg stehende Statist wird niedergeballert und wenn man sich von hinten anschleicht, heißt es Genickbruch für den Gegner und das auffallend häufig. Dazu eine Szene mit Seagal, der sich mal wieder etwas körperlich betätigt, um auf der Toilette eines Edelrestaurants einen Gegner platt zu machen. Das bringt gute Laune mit sich, weil diese anschließend zur Hälfte klotten ist. Zwar bewegt der Grand Seigneur der altmodischen Action nur seinen Oberkörper, aber immerhin ohne fremde Hilfe. Unterstützt werden seine immer noch behäbig wirkenden Aktionen von einer soliden Darstellerriege, die gut gepolsterte Damen und knallharte Kerle aufweisen kann. Nur Bösewicht und CIA-Heini Chapel hat mich mit seiner schmierigen, stets flüsternden Selbstverliebtheit genervt. Nunja, die Action hat mir gefallen, die Story nicht so. Griechen heißen ab sofort auch Achmed, die Franzosen bekommen ihr Fett weg, weil sie nicht beim Irakkrieg mitgemischt haben und CIA-Agenten können ohnehin die Welt regieren. Und Steven Seagal? Ich zitiere hier meinen Nachbarn, mit dem ich diesen Film in WM- und Bierlaune gesehen habe und der Steven Seagal nie zuvor wahrgenommen hat (!!!): „Der ist dick und zu alt, und für einen Actionhelden nimmt man einen „hier, guck mal wie schlank ich bin und wie meine Muskeln definiert sind – Typen“. Und wenn wir ehrlich sind: Er hat Recht! 5 von 10 Punkten

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