Review

Wie sagte schon Eminem in einem seiner Songs: „Guess who’s back with a brand new rap...“

Naja, rappen tut Pummelchen Steven Seagal (noch) nicht, aber er ist mal wieder zurück auf der Bildfläche. Der Bursche kurbelt ja in letzter Zeit einen DTV-Ostblockreißer nach dem anderen runter – „Mercenary for Justice“ ist sein letzter Film für Millenium / Nu Image, mit denen er sich jetzt sogar vor Gericht um Gagenzahlungen zankt (weshalb sich das Release des Streifensauch so verzögerte). Die zukünftigen Produktionen entstehen mit dem allseits
bekannten und von mir sehr respektierten Andrew Stevens, der sich nach Snipes nun Seagal angenommen hat um mit ihm die Filmwirtschaft des Ostblocks anzukurbeln.
Das B-Action Genre befindet sich ja momentan auf einem Höhenflug. Viele, schon abgehakte Stars feiern ein Comeback, die Budgets steigen ebenso wie der Filmausstoß und die Qualität stimmt, mit wenigen Ausnahmen, auch. Da ist es auch kein Wunder, dass Seagal mal wieder einen Kracher abliefert (alles was nach „Submerged“ kommt, war nicht wirklich das
Gelbe vom Ei).

Doch „Mercenary for Justice“ stellt sich als kurzweiliger und klasse inszenierter Actionfilm dar, in dem Seagal sogar mal nicht in jeder Kampfszene gedoubelt wird. Auch die Pyrotechnik stimmt, denn der Anfang mit 15 Minuten Dauergeballer lässt das Herz eines B-Actionfans höher schlagen. Panzer, dicke Knarren, umherfliegende Kugeln und mittendrin ein cool wirkender und nicht nuschelnder Seagal mit Sonnenbrille – what the fuck is going on ????

Von der Story hingegen braucht man nicht viel erwarten. Seagal spielt einen Söldner (das nenn ich mal Innovation !!), der den Sohn eines Drogenbarons aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Afrika befreien muss. Das war’s dann auch soweit, denn wirklich spannend ist das Ganze nicht. Aber das ist nun wirklich keine Überraschung, denn der Fan will ja Action sehen...
Die bekommt er auch – und das so gut wie lange nicht mehr. Ständig ist was los und das Budget scheint diesmal wirklich was hergegeben zu haben. Die Action ist schick und stilvoll inszeniert, wenn auch das ein oder andere Mal arg unrealistisch. Wenn aber zwei Kerle sich einen roten Panzer nehmen und damit dann einen Haufen Polizeiautos platt machen bzw. diese sich nach vorne hin überschlagen, dann brechen beim B-Actionfan Jubelschreie aus. So
was wollen die Fans sehen, so was stimmt die Fans glücklich, so was werden die
Fans auch entsprechend feiern.

Auch die Inszenierung ist nicht übel und ähnelt der von großen A-Produktionen im Kriegsfilmgenre. Gut, die Sets und Landschaften sehen stark nach Ostblock aus (auch wenn diesmal wohl in Südafrika gedreht wurde), aber der Großteil des Geldes wurde dann doch in die Action gesteckt und das ist ja auch was wert. Hervorzuheben ist jedoch die hervorragende Kameraführung, mit welcher der Zuschauer direkt am Geschehen teil nimmt.Kurzweilig ist das Ganze auch, denn wenn eine heiße Blondine in engem Outfit nach knapp fünf Minuten auf schicke Art und Weiße 3 Soldaten platt macht, dann ist die Unterhaltung garantiert. Dabei geht es alles andere als zimperlich zu, aber der „FSK18“-Sticker auf der DVD-Hülle dürfte Zartbesaitete ja vorwarnen.

Fazit:
Optisch erstklassige, aber inhaltlich arg dürftige B-Action mit einem wieder besser agierenden Steven Seagal und einem hohen Actionanteil. Dessen Inszenierung ist schnörkellos und absolut sehenswert, der Rest hingegen nicht mehr als Mittelmaß. Fans greifen sowieso zu, der Rest dürfte von dem in letzter Zeit enormen Ausstoßes des Actionstars langsam genervt sein. Aber es geht ganz ordentlich zur Sache – ihr dürft also einen Blick riskieren! Dennoch ist Snipes mit "The Detonator" eine Klasse für sich...

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