Na also, es geht doch. Don Fauntleroy führte auch hier wieder Regie, nur diesmal wesentlich besser und professioneller. In " Today you Die " ist ja vieles schiefgegangen und Seagal hatte dort auch keine Lust. Hier sieht die Sache schon ganz anders aus. Steven Seagal scheint das Drehbuch gefallen zu haben und Don Fauntleroy hat mehr Budget bekommen. Produziert wird Mercenary for Justice von der Produktionsfirma Millenium Films, welche auch schon den Seagalactioner " Submerged " produziert haben. Das Budget diesmal scheint recht ordentlich gewesen zu sein, schätzungsweise 15 bis 20 Millionen Dollar, sehr viel für eine B-Produktion. Aber das Gute ist, das sieht man dem Film auch an. Seagal hat in letzter Zeit viel Müll produziert, aber Mercenary for Justice ist genauso wie Submerged richtig ordentlich geworden. Schade dass sich Seagal zum Teil für so einen Schrott hergibt. Er sollte lieber nur einen Film im Jahr drehen und wenn dann so etwas wie hier herauskommt, dann ist auch der Fan zufrieden.
Inhalt:
CIA Agent John Seeger und seine Truppe werden von ihren Auftraggebern in Südafrika einfach aufgegeben. Sie können dem Inferno entkommen, aber Seegers bester Freund segnet leider das Zeitliche. Er verspricht ihm sich um seine Familie zu kümmern, doch die wird kurze Zeit später entführt. Um sie frei zu bekommen muss Seeger den Sohn des Drogenbarons Dasan aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Afrika befreien. Doch auch die CIA will Seeger ans Leder und dieser sieht sich bald zwischen allen Fronten. Doch er hat sich einen Plan zurechtgelegt und lässt alle seine Gegner in eine Falle tappen.
Endlich mal wieder ein ordentliches Beispiel wie so ein Film funktionieren muss. Die Story ist einfach, läuft aber den ganzen Film solide mit. Es werden ziemlich viele Figuren eingeführt und man versteht auch als nciht warum jetzt gerade das passiert. Aber das klärt sich kurz vor Filmende auf und man erkennt erst dann was Seeger eigentlich vorhatte und das es auch so laufen musste um plausibel zu sein. Hier ist die Story mal nicht nach fünf Minuten abgehackt, bietet aber trotzdem viel übliche Klischees, reicht aber für diesen Film voll und ganz aus. Man sieht das Scriptwriter Steven Collins immerhin etwas dabei gedacht hat und auch ein paar Wendungen, sowie Irreführungen präsentieren kann.
Auch die Action kommt nicht zu kurz und vor allem in den ersten 20 Minuten geht es richtig rund. Wichtige Personen werden anfangs mit dem Namen vorgestellt, bevor nach Südafrika geschalten wird, wo gerade eine Art Krieg herrscht und Seeger ist mittendrin. Dort wird geballert ohne Ende, Panzer rasen umher schießen auf alles, Explosionen zu Hauf. man fühlt sich fast wie in " Black Hawk Down ". Der Bodycount wird in die Höhe getrieben, blutige Einschüsse und Tote in Massen. Daneben wird noch der Botschafter und seine Familie brutal entführt. Diese Szene ist klasse inszeniert, so etwas hätte ich Fauntleroy nicht zugetraut. Vor allem ist Realismus gegeben. Die Waffen klingen sehr realitätsgetreu und es sieht auch alles sehr echt aus, ohne CGI. Nur die hektischen Kamerafahrten stören etwas.
Nach dem grandiosen Auftakt wird es etwas ruhiger, es wird nur noch vereinzelt Action geboten und Seeger geht ganz schön rabiat vor. Knallt einfach Leute ab, die ihn beobachten und ist auch sonst zu jedem brutalem Mord bereit. Auch kämpfen darf er hier wieder etwas mehr, vor allem der Fight bei dem die ganze Toilette demoliert wird ist sehr amüsant. Natürlich kein Vergleich mit früher, aber er langt ziemlich deftig hin und bricht seinen Gegnern mit Vorliebe das Genick. In der letzten halben Stunde geht wieder die Action ab und das Non Stop. Ein riesen Shootout im Gefängnis und anschließend in der Bank und dann noch die große Rettungsaktion der Familie. An Action hat Mercenary for Justice ordentlich was zu verbuchen, langweilig wird es einem da bestimmt nicht. Super ist, das man das Familiengeplänkel fast ganz weglässt und Hüne Seagal muss auch diesmal keine Lovestory durchziehen, wirkt eh nur peinlich.
Gedreht wurde in Südafrika, dort konnte man mit dem Budget auch mehr erreichen. Man bekommt einige nette Landschaftsaufnahmen zu sehen und auch Aufnahmen, auf denen man sieht, wie arm das land zum Teil ist. Aber das Filmteam ist stets um eine gute und realistische Kulisse bemüht, vor allem beim Anfangsshootout.
Auch der Score kann sich durchaus hören lassen. Die sounds sind recht flott und neumodisch und passen auch gut zu den Geschehnissen.
Auch Steven Seagal ist hier fast nicht wieder zu erkennen. Er bemüht sich hier richtig und lässt sich kaum doubeln. Sogar in den Fights sieht man sein Gesicht und er trägt nie einen langen Mantel, um seine Fülle zu kaschieren. Er ist zwar moppelig macht aber hier eine gute Figur und gibt einige Onliner zum Besten. In " Today you Die " und anderen Werken konnte man ihm die Lustlosigkeit vom Gesicht ablesen, aber hier ist keine Spur davon. Schon wie in Submerged zeigt er auch hier dass er durchaus noch in der Lage ist.
Luke Goss als Fiesling Chapel ist eine sehr gute Wahl, er spielt fies und falsch und die rolle ist ihm wie auf den Leib geschneidert.
Sonst wurden eher unbekannte Darsteller genommen, klar, weil fast das ganze budget für die Action draufging. Trotzdem sind alles Schauspieler durchaus solide und es gibt niemand der aus der Reihe tanzt.
Fazit:
Hier werden Seagal und Actionfans belohnt. Harte und toll inszenierte Action mit einer soliden und wendungsreichen Story. Die Kulisse ist gut in Szene gesetzt und auch der Score passt stets. Steven Seagal ist sichtlich bemüht und wird nur selten gedoubelt, von Lustlosigkeit keine Spur. Außerdem darf er hier wieder etwas mehr fighten. Ein Seagal Film der mal wieder richtig Spass macht. Weiter so !