Wieder einmal sind die Videotheken (und Elektromärkte) um einen Film mit Minimalmime Steven Seagal reicher:
„Mercenary for Justice“.
Der neueste „Geniestreich“ des zopftragenden Dauer-Exagenten war überraschenderweise sogar mehr als nur erträglich und hat mich über den Zeitraum von 90 Minuten gut unterhalten.
Aber zuerst einige allgemeine Infos über Steven „Alarmstufe rot“ Seagal:
Anscheinend ist Seagal die einzige Person in Hollywood die trotz
angeblicher Verbindungen zur Mafia,
ständiger Vertragsbrüche,
30 Kilo Übergewicht,
ständig mieser bis passabler Filme
und einer „Schauspielbegabung“ die sogar Genrekollegen wie Dolph Lundgren wie Oscarmimen erscheinen lässt,
zwischen 5 und 10 Millionen Dollar pro Film kassieren kann, ohne dabei rot zu werden.
Laut diverser Internet- bzw. Zeitungsberichte will Seagal gar nicht mehr zurück auf die große Leinwand, da er im B, C und D-Moviesektor einfach zu gut verdient und zu erfolgreich ist. In dieser Sparte belaufen sich die Einspielergebnisse seiner Filme, bei Budgets rund um die 25 Millionen Dollar, oft auf mehr als 50 Millionen und können sich daher durchaus sehen lassen.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. „Mercenary for Justice“, der neueste Streich unseres zopftragenden Haudraufs bietet von allem etwas:
Ein bisschen Krieg, ein bisschen Gangsterflair, ein bisschen Ex-Agentenatmosphäre und ganz nebenbei eine Gefängnisbefreiung. Des weiteren dürfen der obligatorische Fettwegmantel und das immer wieder gut zu erkennende Bodydouble natürlich auch nicht fehlen.
Das alles wurde in kürzester Zeit zu einem „zusammenhängenden“ Film zusammengeschustert und mit einer „fabelhaften“ (also gerade noch erträglichen) Schauspielriege garniert.
Aber seien wir einmal ehrlich: wer sieht sich einen Seagal Film aufgrund seiner ausgeklügelten Story oder seiner fantastischen Darsteller an?
Es wird geschossen, gesprengt, geschlagen und gestorben (und das in atemberaubender Geschwindigkeit).
Die „Dialoge“ haben bei mir zwar immer wieder einen Gähnreflex ausgelöst, wurden aber immer kurz vor der unvermeidlichen Betätigung der Fastforward Taste durch eine Prügelszene annulliert.
Der Film nimmt sich in keiner Szene zu ernst und ist nach angenehmen eineinhalb Stunden vorbei (was ja in der heutigen Zeit nur mehr sehr selten vorkommt, da man jeden Film bis in die Unendlichkeit zu strecken versucht).
Somit bekommt man bei „Mercenary for Justice“ genau das geboten, was man sich von einem Seagal Film erwartet:
Eine minimal ausgearbeitete Story und noch minimaler ausgearbeitete Charaktere, viele Kampfszenen, hochkarätige Bild und Toneffekte und haufenweise Explosionen.
Also alles was man für einen lauen Sommernachmittag so braucht.
Würde mal eben 5 von 10 Punkten für Mr. Cool vergeben, weil mich der Film gut unterhalten hat, es von ihm aber doch noch weitaus bessere Filme als „Mercenary for Justice“ gibt.