John Seeger, ein hoch dekorierter CIA-Agent, wird nach einer missglückten Operation in Südafrika von seinen Vorgesetzten fallen gelassen. Er gilt von nun an als Sicherheitsrisiko, das zu beseitigen ist. Gleichzeitig wird in den USA die Familie seines gefallenen besten Freundes von Dasan, einem kaltblütigen Drogenbaron, entführt. Es gibt nur eine Möglichkeit, die Angehörigen seines Kameraden zu retten: Er muss Dasans Sohn aus Kapstadts Hochsicherheitsgefängnis befreien, und das, bevor die CIA ihn in die Finger bekommt. Ein erbarmungsloser Kampf gegen die Zeit beginnt.
Die Qualität Seagals exorbitanten Outputs der letzen Zeit mag enorm gewesen sein und seine Nico Zeiten sind längst vorbei doch mit Mercenary of justice kommt tatsächlich mal wieder ein recht guter Film zu seiner DTV Veröffentlichung. Gut der Mann war damals schon Mitte Fünfzig, aber hier versucht er alles nochmal aus seiner Fülle zu machen, leine Doubles, kein CGI und nur minimaler Einsatz als Footage sind schon wieder Gründe sich dieses Söldnerabenteuer mal anzuschauen.
Diesmal hatte man zumindest die eine oder andere Mio Im Budget und so legt die Geschichte los wie einst der Soldat James Ryan mit einem etwa 20minütigem Action Set Piece, das alles auffährt was Kriegsfilmfreunde mögen. Panzer, Hubschrauber und ordentlich Geballer, bevor man eigentlich weiß worum sich die Handlung überhaupt dreht. Klar das im Mittelteil dann wieder etwas gespart werden muß, aber billig wirkt dieses Werk eigentlich nie. Generell wird massig gestorben, Genicke werden im Dutzend billiger halbiert und Shootouts gibt es wirklich reichlich. Seagals Martial Arts Qualitäten werden zwar kaum ausgespielt, aber das ist wenigstens ehrlich. Der Mann hat sich nunmal einen Ruf aufgebaut, den er physisch nicht mehr aufrecht erhalten kann. Aber er gibt hier nochmal alles, was drin ist.
Das Storykonstukt ist zwar reichlich wirr und wird so ganz nie so richtig aufgeklärt, wie nun die Verhältnisse innerhalb der CIA oder den zunächst bekämpften Franzosen ist, aber für eine flotte Abhandlung reicht es dennoch. Seagal ist hier zwar als Söldner fotographiert, aber ist immer noch mit dem reinen Herzen unterwegs. Die Aktionen der Söldnertruppe wirken dabei aber manchmal schlicht zu einfach, der Angriff auf die von Kämpfen alarmierte französische Botschaft wirkt wie ein Betriebsausflug, der Einbruch in ein schwer bewachtes Gefängnis scheint ähnlich kompliziert zu sein wie Entenfüttern im Park, das ist alles irgendwie zu einfach. Die Darsteller leisten zwar akzeptables, aber das Script wirkt sehr oft noch ausfeilbar.
Bleibt ein typischer Seagal´scher Actioner der zwar deutlich über vielem der letzten Jahre steht aber auch noch einige Schwächen aufweist. Aber solange diese mindestqualität geboten wird, schaue ich mir gerne auch noch den nächsten Film an und hoffe vergeblich auf Nico II.
6/10