Der Filmtitel "Absolute Giganten" wirkt zumindest auf den ersten Blick ironisch, denn die drei Hauptpersonen sind alles andere als Giganten, sondern eher die klassischen Verlierertypen (aber immerhin haben sie Arbeit :-)
Floyd, Ricco und Walter sind unzertrennliche Freunde. Der flippige Ricco träumt vom großen Wurf als Rap-Star, arbeitet aber in einem Schnellimbiss, der nachdenkliche Floyd hat seine Bewährungszeit endlich hinter sich und muss nicht mehr im Krankenhaus arbeiten, und der gutmütige Walter verdient seine Brötchen als Automechaniker. Als Floyd bei einem Schiff mit der Route Kapstadt-Singapur anheuert und den beiden anderen seine Entscheidung gesteht, bleibt dem Trio nur noch der Rest des Tages, um gebührend Abschied zu nehmen, denn am nächsten Morgen wird Floyd Hamburg für immer verlassen...
Bereits der Anfang, als sich das Trio mit einem Sportwagenfahrer ein Rennen liefert, zeigt die Aussage des Films. Es sind eigentlich Verlierer, leben im unteren Bereich der Gesellschaft, aber ihre Freundschaft macht sie stark, und in ihrer Welt sind sie glücklich.
Jeder kennt die Situation, dass ein guter Freund eine verschworene Gemeinschaft verlassen muss, und man überlegt, wie man ihn angemessen verabschieden kann. Bei Ricco, Floyd und Walter kommt noch erschwerend hinzu, dass ihnen keine Zeit für Vorbereitungen bleibt, also fahren sie einfach durch die Stadt und versuchen, soviel wie möglich zu erleben, aber die Grundstimmung bleibt getrübt, da Ricco und Walter genau wissen, dass sie Floyd nie mehr sehen werden, und können den Abend daher nicht richtig genießen. Die Frustration schlägt dann auch in Übermut (Elvis-Stunt-Anlage) und sogar Aggression um, als Ricco die an der Bar Stehenden als trostlose Verlierer entlarvt. Mit soviel Gefühl ist eine Männerfreundschaft selten inszeniert worden, alle Charaktere und deren Handlungen wirken glaubhaft, wie aus dem richtigen Leben.
In Off-Kommentaren und Monologen finden sich gar philosophische Ansätze, wenn auch sprachlich nicht ganz ausgereift.
Leider gibt es auch einige langweilige Stellen, wo rein gar nichts passiert, auf der anderen Seite zeigt dies natürlich auch die Ziellosigkeit der Akteure.
Ein Tischfussballspiel ist sicherlich noch nie so spannend inszeniert worden wie hier, für Kicker-Fans ist der Streifen allein deswegen schon ein Blick wert.
Obwohl der Film als Komödie gehandelt wird, sollte man nicht zuviel erwarten, es gibt ein paar lustige Stellen, aber Brüller à la "Verrückt nach Mary" sind keine dabei.
Wer von perfekten Superhelden Marke Hollywood die Schnauze voll hat, sollte sich diesen Film anschauen, denn die "absoluten Giganten" vollbringen zwar keine Heldentaten noch sterben sie den -tot, aber vollwertige Charaktere und eine bodenständige Geschichte können voll und ganz überzeugen.