Review

Vampirkomödie trifft Teenager-Sex-Plotte, das klingt schon von Anfang an wie eine Katastrophe und das wird es letztendlich aus. Die Macher haben sich wohl vom Horrortrend wie auch von "Weird Science" und "Risky Business" inspirieren lassen und rausgekommen ist ein Bastard, den man wegen seines Kuriositätenwertes einmal gesehen haben sollte.

Hauptgrund: hier haben wir Jim Carrey in einer seiner ersten Hauptrollen. Er mimt hier, sichtlich zu alt für die Rolle, einen jungfräulichen Männe, der seine Unschuld mal schnellstens verlieren möchte, weil man ja schlecht dabei aussieht. Die Freundin will nicht so recht, vor allem nicht auf dem Parkplatz und deswegen macht er sich mit seinen grenzdebilen Imbißbudenfreunden auf eine Aufreißtour in eine Telefonbar.
Das wäre an sich noch nicht grauenhaft genug, doch rotiert gleichzeitig Lauren Hutton, Ex-Model und allmählich in den Jahren in ihrer Holzkiste, weil sie als Gräfin vor dem nächsten Halloween (diese Konstruktion!) dringend dreimal ein Jungmännchen ansaugen muß, damit ihr Mascara nicht abblättert, womit sie aber deutlich in der falschen Stadt gelandet ist. Ihr Kammerdiener ist good old Cleavon Little, der einstmals den schwarzen Sheriff in "Der wilde, wilde Westen" von Mel Brooks gab und hier als tuntiger Vampirdiener gar unterirdisch rüberkommt.

Was folgt, ist klar. Einmal beißen, zweimal beißen. Jung-Carrey trägt bald Sonnenbrille und sieht anämisch aus, nuckelt Mami den Bratensaft weg und gewinnt mit seinem neuen Look den Schulball als Vampir, wobei sein Spiegelbild inzwischen Auszeiten nimmt. An Halloween bläst die Gräfin zur Attacke, doch Jimmys Freundin ist auch nicht ohne und so schreit alles nach einer Entjungferung vor Mitternacht.

Wer jetzt dankbar fragt, warum man sich diesen mies ausgestatteten und noch blöder getexteten Schrott antun muß, kann beruhigt werden. Erstmal ist der Einfluß von 80er-Jahre-Rocksongs der plakativen (und teilweise ohrwurmhaften) Art geradezu inflationär, womit der Film gut rüberbringt, was so gnadenlos schräg an dieser Dekade war.
Und dann ist da natürlich noch Carrey, der hier acht Jahre vor Ace Ventura in einer frühen Form schon all die Mimik zeigt für die er später berühmt und reich werden sollte. Als Teenie bleibt er blaß, doch unter vampirischen Einfluß ist sein Talent schon deutlich zu erkennen. Geradezu sensationell allerdings das Tanz-Duell, daß die Gräfin und seine Freundin mit ihm auf dem Schulball aufführen, teilweise atemberaubend getanzt, bietet Carrey eine kurze, aber wunderbar exakte Michael-Jackson-Tanzparodie, die man gesehen haben sollte.
Trashfans sind sowieso heimisch.

Unter dem Strich ein Film, der vermutlich niemandem weitergeholfen hat - aber trotzdem ein schräges, wenn auch qualitatitv minderwertiges Denkmal aus einer Zeit als die Stars "Flash and the Pan", Rick Springfield und Nik Kershaw hießen. (4/10)

Details
Ähnliche Filme