Thrillerspezi Harold Becker (City Hall, Malice - Eine Intrige, Sea of Love) versucht sich an der Novelle "Simple Simon" von Ryne Douglas Pearson (Knowing). Doch gegen ein mangelhaftes Script kommt auch kein Harold Becker an, nicht mal Brechstange Bruce Willis (Stirb Langsam, Sin City), der hier versucht ein wenig an seinem Image zu feilen. Auch sieht man "Das Mercury Puzzle" seine 60 Millionen Dollar Produktionskosten kaum an, wahrscheinlich war nach dem Abziehen von Willis Gage nicht mehr viel davon übrig.
Die NSA hat mit "Mercury" einen neuen Sicherheitscode ins Rennen geschickt, das knacken scheint unmöglich. Für einen letzten Test wird der Code in einem Rätselheft veröffentlicht. Doch dem autistischen Simon Lynch (Miko Hughes) gelingt es, die Zahlenkombinationen zu entschlüsseln. Sicherheitschef Nicholas Kudrow (Alec Baldwin) will den Jungen tot sehen und schickt seinen Killer. Doch der erledigt nur die Eltern, Simon kann sich verstecken. Er landet beim FBI-Agenten Art Jeffries (Bruce Willis), der den Jungen von nun an beschützt. Bald wird Jeffries von jeder Behörde gesucht, nur seinem Kumpel Tommy Jordan (Chi McBride) kann er noch trauen.
Die Story selbst ist ein Rätsel, denn der Zuschauer stellt sich ständig Fragen, die ihm "Das Mercury Puzzle" nicht beantworten kann. Warum wird ein zwei Milliarden Dollar Code überhaupt irgendwo veröffentlicht ? Wenn es dem 9 jährigen Autist Simon gelingt den Code zu entschlüsseln, gibt es sicher noch einige andere, die das auch könnten. Die müsste man auch alle ausknipsen. Und vor allem, warum ermordet man nicht nur Simon, sondern auch noch dessen Eltern, damit es ja Jemandem auffällt. Zudem kommt immer der selbe Killer zum Einsatz, dessen Gesicht ist Jeffries somit schnell bekannt. Aber der größte Fopa, da hält sich Jeffries mit dem Jungen immer in der Stadt auf, aber keiner schafft es ihn zu finden. Die Beiden stehen schnell auf den Fahndungslisten ganz oben, aber weder Polizei, noch FBI, CIA, oder die NSA machen sich auf die Suche.
Dabei beginnt der Film wirklich vielversprechend. Art arbeitet undercover in einer Terroristengruppe, die eine Bank überfällt. Dies sorgt für einen kleinen Shootout zum Auftakt, direkt danach klebt Art seinem Vorgesetzten eine und wird zum Innendienst verdonnert. Auch trägt er dadurch ein kleines Trauma davon, denn vor seinen Augen wurde ein Junge, ebenfalls Mitglied der Terroristen, vom FBI über den Haufen geballert. Aber Art ist schnell wieder im Einsatz und findet den kleinen Simon in einem Versteck. Bald sind die Beiden auf der Flucht, im Krankenhaus entkommen sie gerade so Kudrows Killer und eines weiteren muss sich Art im Zug entledigen, was zu einem kurzen Nahkampf führt. So bietet "Das Mercury Puzzle" immer wieder kleine Actionszenen, die gut gemacht sind, aber nicht vom Hocker hauen.
Wirklich gelungen ist der Handlungsstrang mit Kudrows Mitarbeitern, die ein schlechtes Gewissen bekommen und versuchen Art zu helfen. Was mit den Beiden passiert, brauche ich wohl nicht zu erläutern. Auf jeden Fall hat Art bald einen Beweis gegen Kudrow und ist so in Verhandlungsposition. Nur Simon macht ihm stark zu schaffen, denn der Autist lässt sich nicht gerne anfassen, büchst ständig aus und es ist wirklich schwierig zu ihm eine Beziehung aufzubauen. Kinderdarsteller Miko Hughes (Friedhof der Kuscheltiere, Freddy´s New Nightmare) musste für seine Rolle lange trainieren und war dafür auch in einer Schule für autistische Kinder. Es hat sich gelohnt, denn seine Verkörperung kann sich wahrlich sehen lassen, selbst ein Bruce Willis hat es schwer dort mitzuhalten. Alec Baldwin (Auf Messers Schneide, Mississippi Delta) funktioniert nur bedingt als Fiesling und man fragt sich im Finale doch, warum er sich mit seinem Killer dort mit einer gesamten Spezialeinheit anlegt und nicht mehr Männer dabei hat, wo von Simons Tod doch die nationale Sicherheit abhängt. Kim Dickens (Hollow Man, Gift - Die dunkle Gabe) ist nur ein Lückenfüller, denn ihren Charakter Stacey hätte man auch weglassen können.
So bleibt ein durchweg unterhaltsamer Actionthriller, dessen Story ziemlich unglaubwürdig daherkommt und auch zu vorhersehbar. Auch der Funke zwischen FBI-Agent und Autist will nicht so recht überspringen und Kim Dickens Rolle hätte man sich sparen können. Die Actionszenen sind handwerklich in Ordnung, nur im Finale kommt ein wenig CGI zum Einsatz. Dennoch, das Ganze ist einfach zu weit hergeholt.