Ein Teenie-Slasher.
Aber kein guter.
Obwohl, ganz so furchtbar ist mein Eindruck nicht, es geht auch noch dilettantischer, denn zumindest kommen die meisten potentiellen Opfer zügig in die Pötte und dürfen nicht allzu viel Schwachsinn von sich geben.
Ansonsten mehr oder weniger Spaß bei der Klischeesuppe, die mindestens so abgestanden schmeckt wie das „Blutgericht in Texas“.
Einem psychopathischen Killer gelingt während eines Gefangenentransportes die Flucht. Auf einer feuchtfröhlichen Pool-Party findet er in Form trotteliger Teens neue Opfer.
Diese beiden Sätze der Inhaltsangabe treffen auf jeden dritten Slasher aus den 80ern zu und von daher kommt er rund 30 Jahre zu spät, um den Zuschauer auch nur in Ansätzen etwas Neues zu bieten.
Schlimmer noch: Der Figurenfundus bemüht jede schon da gewesene Einfältigkeit an Charakterzeichnung.
Unsere Heldin (die zumindest noch recht hübsch ist) fühlt sich unter den Gästen deplaziert, weil alle verwöhnte Snobs sind und sie natürlich nur Pizzaverkäuferin, ihr Typ ist moralisch ein ganz fieser, geht gleich mit der Gastgeberin fremd und macht den Loser nieder, der doch so vehement etwas Körpernähe zu unserer Schönen sucht.
Dann gibt es noch den Pumuckl, den komplett Zugedröhnten, zwei Bikinigirls mit Muskelmann im Schlepptau, den alten und knarzigen Gärtner und natürlich den Killer.
Leider hat dieser nur die Ausstrahlung eines Metallica-Fans auf LSD. Lange Loden, grimmiger Blick, vollkommen stumm. Ein unbrauchbarer Freak.
Was er für die Gorehounds vollbringt, ist aber auch nicht dolle. Ein paar mal stößt er mit einer spitzen Brechstange zu, nimmt ein Messer oder würgt ganz einfach. Nahezu alle Kills geschehen im Off, nur das Blut spritzt ans Inventar. Einzig das Rammen einer Bierdose in die Stirn eines Typen überrascht ein wenig, genauso die Tatsache, dass der dann noch ein paar Minuten weiterlebt.
Die Teens machen indes, was die Bibel des Slashers verlangt: Sich im Haus verbarrikadieren, Waffen suchen (der Killer war so schlau, alle Messer zu verstecken, die Telefonleitungen zu kappen und sämtliche Autoschlüssel zu essen (Letzteres ist nur vermutet)) und einen Feldweg entlang rennen.
Bevor der Killer zuschlägt, laufen die Teens nur blöde herum (die Girlies ordnungsgemäß knapp bekleidet) und sabbeln ein wenig, später keifen sie nur und laufen ein bisschen schneller.
Ach, und wer hätte das vermutet, zwei Cops schauen auch noch vorbei und bieten sich dem Irren als potentielle Opfer an.
Tja, ich kann es keinem Zuschauer verdenken, „Sleepover Nightmare“ total scheiße zu finden, denn er bietet in der Tat nur amateurhaften Stumpfsinn mit schlechten Darstellern, manchmal unscharfer Kamera, fast keinem Blutvergießen und schon gar keinen inhaltlichen Überraschungen.
Ein paar kleine Pluspunkte konnte ich letzten Endes doch noch für mich entdecken, sei es lediglich das okaye Tempo oder das „Poreiben“ im Swimmingpool als überaus dämliche Anmache („so, und jetzt ohne Badehose…“).
Könnte eine nette Abwechslung sein, wenn einem beim wöchentlichen Treffen mit Jennifer Lopez nichts Besseres einfällt…
3 von 10