Eigentlich wollt ich schon viel früher ein Review über diesen genialen Actionkracher abliefern, doch da ich den Film vor Jahren das letzte mal gesehen habe verzichtete ich darauf. Und aufeinmal sehe ich den um glaub ich 20 min längeren Directors Cut im Einkaufscenter und dachte mir, den muss ich jetzt haben. Und ich kann euch versichern er ist jeden cent wert.
Die Story ist nicht gerade das gelbe vom Ei, doch wenn der Rest des Films gut gemacht wurde, dann ist es ja nicht schlimm. Den anders als Filme wie z.B Ong Bak oder Jackie Chans billigen Lo Wei Streifen kann der Film auch in den Szenen, in denen nicht geprügelt wird auftrumpfen.
Ein Actionfilm sollte für mich nicht nur zu einem Vorgespule beim Videorekorder werden, sondern 2 h wirklich unterhalten können. Und dies schafft Drive tadellos.
Dies liegt vor allem an den beiden Hauptdarstellern, die wunderbar miteinander harmonieren und so etwas wie ein Buddy Movie entstehen lassen. Irgendwie kommt mir der Film wie Rush Hour mit besserer Action vor. Insofern könnte man sagen, dass Regisseur Brett Ratner diese Idee mit Ost trifft West geklaut hat.
Wirklich generft hat mich eigentlich nur Brittany Murphy. Die hätte man sich sparen können.
Kommen wir nun aber zum Besten in dem Film. Die Action und Kampfszenen. Drive kann sich wie die ganzen anderen Werke von Jackie Chan, Sammo Hung, Yuen Biao oder auch China Strike Force unter die Liga der sehr guten Actionfilme einstufen. Die Kämpfe sind wirklich HK typisch an die 80 er Verhältnisse angepasst. Immerhin handelt es sich hier um einen amerikansichen Film. Doch da ich mit meiner bisherigen Theorie, dass hinter jedem guten Ma Film aus Amerika mind. ein Asiate federführend war, bisher immer richtig lag, war es auch hier nicht anders. Wer war Regisseur. Ein Asiate. Denn eines könnt ihr mir glauben. Die Amis bekommen so einen Streifen nicht hin. Dann eher die Thailänder.
Der Regisseur ( oder wars gar nur Actionregissseur) leistete tolle Choreographiearbeit. Zwar stielt der Film gewaltig von Klassikern wie Project B ( Handschellenszene), Police Story, Drunken Master 2, Thunderbolt und Twin Dragons, so hat er es trotzdem geschafft viele neue Ideen auch einfließen zu lassen. Unter anderem auch einige Szenen, mit die Ong bak auch später haussieren ging und die Ong bak Fangemeinde in himmlische Sphären lobte, obwohl vieles gar nicht auf deren Mist gewachsen ist. ( Sprich Baumszene war abgekupfert aus Jackie Chans Dragon Lord)
Die Kämpfe sind unglaublich schnell, rasant und akrobatisch geworden, Special Moves inklusive. Hier darf Marc Dacascos zum ersten mal in seiner Karriere zeigen zu was er eigentlich alles fähig wäre, wenn er nur mit den richtigen Leuten zusammenarbeiten würde. Den wirklich machte er einige Sachen, bei denen ich dachte, da ist er bestimmt gedoubelt worden, sie sogar selbst. Er machte erstaunlich viel selbst. Hin und wieder kommen auch ein paar drähte zum Einsatz, aber das ganze wurde zum Glück nur im Endkampf mit dem anderen Asiaten etwas übertriebn dargestellt teilweise. Ansonsten wurden diese Wire geschickt eingesetzt. Zwar kann der Film in Sachen Stunts nicht mit den großen Klassikern wie Project A, Police Story mithalten, ( es fehlen halt diese Megastunts, in denen Stuntmanner aus extremer Höhe auf den harten Boden fallen, ohne Matte etc.) aber dafür stellt er vom akrobatischen Aspekt fast alles in den schatten. da können vielelicht noch Filme wie Ong bak, Action Hunter oder div andere Klassiker insbesondere jene von Yuen Biao mithalten. Obgleich ich zugeben muss, dass ich Yuen Biao Filme noch keine gesehen habe, bis auf jene in denen Jackie mitspielte. Wheals on Melas wäre auch so ein Beispiel dafür.
Was ich auch wunderbar fand, dass über den ganzen Film was los ist. Da kränkten manche Klassiker, wie Armour of God oder Project B, bei denen an manchen Stellen des Films durch die Actionarmut das ganze ein wenig zu langatmig wurde.
Fazit: Unter den Top Ten Martial Arts Filmen die ich bis jetzt gesehen habe, ist Drive mit Sicherheit dabei.
Bitte mehr solcher Filme.