Story:
Toby Wong (Mark Dacascos) trägt einen hochmodernen Mikrochip in seinen Körper, der seine Kräfte und Schnelligkeit verbessert und ihn so zu einer unbesiegbaren Kampfmaschine macht. Doch an seinen Fersen heftet eine Gruppe brutaler Kopfgeldjäger, welche unbedingt an den Chip kommen wollen.
Auf der Flucht kidnappt Toby das Plappermaul Malik (Kadeem Hardison) und benutzt ihn zur Flucht.
Schließlich raufen die beiden sich zusammen und treten gemeinsam gegen Toby´s Verfolger an.
Kritik:
„Drive“ ist meiner Meinung nach ein Film, der sehr überbewertet wird. Bitte versteht mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Actionfilme, die nur Action und kaum Handlung zu bieten haben…im Gegenteil, ich liebe sie. Aber bei „Drive“ ist es doch etwas zu viel des Guten.
Also überzeugen kann der Film auf jeden Fall durch seine Action. Die Kampfsequenzen in dem Film sind einfach nur genial. Die Kampfakrobatik, die Mark Dacascos hier zu Tage legt, ist wirklich klasse. Besonders hervorzuheben ist hier der Kampf in der Werkstatt. Aber auch die anderen Kampfszenen wissen zu überzeugen. Hinzu kommen noch ein paar Verfolgungsjagden, Schiessereien und Explosionen.
All das wären ja Zutaten für einen perfekten Actionfilm, aber leidet all das an der extrem dämlichen Handlung:
Eine Story ist bei „Drive“ so gut wie gar nicht vorhanden. Man wird am Anfang des Filmes einfach in das Geschehen geworfen, ohne jegliche Vorgeschichte oder Erklärungen. Auch im Verlauf des Filmes wird man nicht eingeweiht bezüglich Figuren, Handlung, etc. Außerdem besitzt der Film viele fragwürdige Handlungen: Warum z.B. schleppt sich Toby so eine Flasche wie Malik als Partner an, der außer dumm quatschen nichts kann?
Durch die sehr dünne Story entsteht natürlich auch kaum Spannung oder Unterhaltung, sodass zwischen den Actionszenen viel leere Luft herrscht. Diese hat man versucht, mit etwas Komik zu füllen, doch das ist ebenfalls misslungen. Die Dialoge zwischen Dacascos und Hardison sind weder witzig noch originell, sondern einfach nur dämlich. Manchmal hat man das Gefühl, es wäre überhaupt kein Drehbuch vorhanden gewesen und hat die beiden einfach drauf losplappern lassen. Auch das Gelaber des ach-so-coolen Kopfgeldjägers nervt einfach nur, z.B. was er mal bei einem Auftrag gegessen hat (hier versuchte man anscheinend in der Tarantino-Schiene zu fahren).
Ein weiteres Problem ist die hohe Laufzeit des Filmes. Für einen Streifen mit so wenig Handlung sind fast 2 Stunden Spielzeit einfach zu lang.
Nun zu den Darstellern: Diese enttäuschen leider ebenfalls auf ganzer Linie: Der ansonsten gute, Mark Dacascos spielt hier total lustlos und steif. Anscheinend hatte er schon von Anfang an keinen Bock auf den Film. Als er am Ende des Filmes noch ein Karaoke-Auftritt hinlegt, wirkt er sogar einfach nur noch lächerlich.
Kadeem Hardison stellt hier einen billigen Eddie Murphy-Verschnitt dar, welcher allerdings nur nervt, anstatt die Leute zum Lachen zu bringen. In „Vampire in Brooklyn“ waren seine Sprüche ja noch echt witzig, aber hier sind sie einfach nur platt.
Dann hätten wir noch Brittany Murphy in jungen Jahren. Ich kann mich an keinen Film erinnern, wo eine Schauspielerin so genervt hat wie hier. Eine totale Pieps-Stimme, völlig überdreht, und dumm wie Brot…so eine Person spielt sie in „Drive“. An den Stellen, wo sie auftaucht, hätte ich am liebsten vorgespult. Leider macht sie mit ihrem dämlichen Getue auch noch (fast) den klasse Garagen-Fight kaputt. Gott sei Dank konnte sie in späteren Filmen dann aber mehr überzeugen (z.B. in „Sex oder stirb“) und hat sich zu einer echt guten Schauspielerin entwickelt.
Die anderen Schauspieler sind leider auch nicht besser und es kommt ständig ein wenig „Overacting“ auf. Lediglich Tracey Walter(„Conan-Der Zerstörer“,“Batman“) hat mich hier als vertrottelter Kopfgeldjäger ab und zu zum Lachen gebracht.
Nun noch ein paar Worte zu den Fassungen: Die deutschen FSK 18-Fassungen (Video&DVD) basieren alle auf den längeren Director´s Cut. In Amerika z.B. gibt es anscheinend aber noch eine Kurz-Fassung, welche um Handlung gestrafft wurde. Evtl. ist diese Kurz-Fassung besser als der Director´s Cut, denn ein paar unnötige Laberszenen weniger würden dem Film gut tun. Da ich die Kurz-Fassung aber nicht kenne, kann ich diesbezüglich nichts Genaues sagen.
Fazit:
Mir ist es ein Rätsel, was so viele Leute an diesem Film gut finden. OK, die Action ist wirklich super und schlägt auch so manche Hollywood-Blockbuster, aber der Rest des Filmes ist einfach nur dämlich und langweilig. Hinzu kommen noch ein paar nervende Charaktere, besonders Kadeem Hardison und Brittany Murphy. Dank der klasse Actionszenen reicht es aber noch für:
5/10