Der beste DTV-Actioner der 90er
„Drive“ (1997) hatte lange Zeit den Ruf des coolsten Actiongeheimtipps aus den 90ern - und er hält diesen Lorbeeren und Erwartungen spektakulär stand! Irgendwo zwischen „Flucht in Ketten“, „Double Team“ und einem Hong Kong-Martial Arts-Fest - wahnwitzig entertaining! Es geht um einen bionisch modifizierten Superfighter, der auf der roadtrippigen Flucht durch Amerika einen gegensätzlichen Barkeeper kennenlernt mit dem er gegen seine mörderischen Verfolger antritt…
Von den Videotheken ins Herz
Von Roadtrip über Wuxia bis Sci-Fi-Trash, von Martial Arts über Buddyaction bis zu Westernmomenten, von Komödie über Stuntshow bis Satire - „Drive“ ist ein Knallbonbon, das sich nicht einen Moment darum kümmert in eine Schublade zu passen. Und das ist gut so! Die Action ist spektakulär, abwechslungsreich und Dacascos darf voll aufdrehen. Perfektes Doppel mit „Crying Freeman“. Die Chemie zwischen den beiden neuen Kumpanen stimmt auffällig. Das kaputte Auto ist kultig. Die Bösewichte sind schrullig, der eine erinnert mich etwas an einen jungen John Carpenter. Der „Einstein Frosch“ passt auf keine Kuhhaut. Dass die besten Stuntleute und viele Personen, Einflüsse, Ikonen aus Fernost am Start waren, ist unverkennbar. Das Tempo stimmt. Es gibt auch ein paar splattrigere Momente. Die junge Brittany Murphy ist etwas crazy und drüber, aber doch irgendwie sehr süß. Und insgesamt mag man kaum glauben, dass der nie kino- und marketingtechnisch aus den Startlöchern kam. Das muss sich hinter viel größeren Namen absolut nicht verstecken.
Fazit: zwar tonal all over the place und oft auch unfreiwillig komisch - aber „Drive“ hat schon Punch, enorme Unterhaltungsquali und ist ziemlich, ziemlich… geil. Das kann man nicht anders sagen. Eine Granate, endlich mit würdiger Heimkinoveröffentlichung!