Review

Eine verspätete italienische Antwort auf "Rosemaries Baby"? Auf acht Generationen sind die Nachkommen einer Hexe und eines Ketzers verflucht, dann soll das Kind Satans auf die Welt kommen (so habe ich jedenfalls die italienischen Dialoge verstanden, kann auch ein bißchen anders sein, aber darauf kommt es nicht wirklich an). Daß dieser Film heute völlig vergessen ist, dürfte daran liegen daß wenig Blut fließt, auch die Besessenheitsszene ist äußerst zahm. Wie viele Horrorfilme verläßt man sich auf halbdunkle Bilder, große halbverfallene Gebäude und auf melancholisch-düstere halbklassische Musik. Der Höhepunkt des Films ist wohl die Befruchtung der von Marisa Mell gespielten Amanda durch einen unsichtbaren Incubus. Leider ist nach dieser Szene die bessere Hälfte des Films vorbei, nämlich jene, in der das Interesse des Zusehers durch das Halbwissen - Erahnen von düsteren Geheimnissen wachgehalten wird. Danach, bei der Entfaltung der Ereignisse, fehlt es, wie schon angedeutet, an Blut, an Orginalität, an Tempo, an allem, was den Film vom Durchschnitt abheben könnte. Auch die erotischen Szenen mit der dunkel- und kurzhaarigen Marisa Mell finden sich in der ersten Hälfte des Films. Ich würde sagen, als Exposition ist dieser Teil akzeptabel bis überdurchschnittlich - und der zweite eben nicht. Übrigens ist der Ehemann und Besitzer des unheimlichen Landhauses nebenbei Prositutiertenmörder, das spielt aber im Film nicht wirklich eine wesentliche Rolle. Marisa Mell hat kaum in einen anderen Film so eine tragende Rolle, sie ist in ca 90-95 Prozent des Films zu sehen. Sie spielt die beunruhigte, verstörte und schließlich verängstigte Frau souverän und mit zurückhaltender Erotik. Doch wie die nunmehr das "Kind Satans" in sich tragende Frau sich nun verhalten soll, hat der Regisseur (dieser hat sich einen Tarnnamen für diesen Film zugelegt) ihr wohl nicht richtig gesagt, wohl weil er es selber nicht gewußt hat, und so bleibt ihre Darstellung im Finale so unschlüssig wie der Film insgesamt. Schade.

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