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Manch einer von euch kennt das sicher auch: Man ist zu der Geburtstagsparty eines guten Freundes eingeladen und weiß natürlich nicht, was man schenken soll. Also macht man es sich ganz einfach und schenkt etwas, was eigentlich immer gut ankommt: einen Kinogutschein. Und weil man ja zu faul ist, um extra deswegen zum Kino zu latschen, sagt man einfach, dass man den nächsten gemeinsamen Kinobesuch bezahlt und der Kumpel kann sich natürlich frei aussuchen, was er sehen will. Und insgeheim hofft man natürlich, dass einem der ausgewählte Film dann auch zusagt. Das dies aber auch gründlich in die Hose gehen kann, dass durfte ich nun vor kurzem mitkriegen, als das Geburtstagskind plötzlich in "Aeon Flux" gehen wollte, einen Streifen den ich eigentlich nie und nimmer im Kino sehen wollte. Nun gut, Augen zu und durch hab ich mir einfach gedacht und Schwerenherzens zwei Tickets auf meine Rechnung dafür gelöst. Doch nach diesem Film weiß ich nun entgültig: Schenk deinem Kumpel niemals einen gemeinsamen Kinobesuch zum Geburtstag, denn er könnte grottig werden, so wie "Aeon Flux"!

"Aeon Flux", das dürfte wohl der größte Humbug sein, der dieses Jahr in unseren Kinos läuft und dabei haben wir gerade einmal Februar. Alles, aber auch wirklich alles ist bei diesem Mainstream-Machwerk schiefgegangen. Kein Sinn, kein Verstand und nicht einmal gute Unterhaltung. Ja einfach alles ist hier grauenhaft. Schon die Story und das Skript bringen ein zum fluchen. Basierend auf einer Animations-Serie des Musiksenders MTV, macht sich eine Amazone im Jahre 2411 auf, um gegen die Bösewichte der Zukunft zu töten. 400 Jahre zuvor hatte nämlich ein Virus 99% der Menschheit dahingerafft und nur ein paar Überlebende blieben zurück. Diese bauten sich dann flux eine Stadt auf. Doch in dieser Stadt leben natürlich auch einige korrupte Geschäftsleute, die die Bevölkerung terrorisieren. Also wird die schöne Aeon Flux auf sie angesetzt, die aber am Ende natürlich merken muss, dass alles anderes ist, als es zunächst scheint... Ja, im Grunde bietet die Geschichte eine Mischung aus Lara Croft und Zukunftsvision, die aber im Grunde alles andere als tragbar ist. Die Drehbuchschreiber Phil Hay & Matt Manfredi setzten die Kampf-Amazone in ein steriles und trostloses Skript, dass von vorne bis hinten nur so krankt und mit allerlei Blödsinn vollgestopft wurde, der selbst eisernsten SciFi-Freaks nicht schmecken dürfte. Am schlimmsten sind da vor allem die schrecklich unsympathischen und meist einfach nur blödsinnig kreierten Charaktere, die man allesamt kaum länger als fünf Minuten sehen will. Selbst Aeon Flux nervt einem nach nur weniger Zeit gar fürchterlich.

Aber nicht nur Story, Skript und Figuren sind hier von der miesesten Sorte, auch die Umsetzung lässt einen Bauchschmerzen kriegen. Die kühle Optik bildet hier in keinster Weise einen Augenschmaus da, sondern bietet nur schauderhaft schlecht designte Kulissen, miese Special Effects und eine Ausstattung, die selbst Ed Wood nicht schlechter hinbekommen hätte. Am schmerzhaftesten für das Cineasten-Auge sind aber die lächerlichen und in keinster Weise ansprechenden Kostüme der Figuren. Während Aeon Flux in einem gar grausamen Spandex-Fummel steckt, der schon lächerlicher kaum sein könnte, so steckte man Keeper-Darsteller Pete Postlethwaite in einen Anzug, der sich als eine Art Mischung aus Lampenschirm, Raupe und Schweinedarm entpuppt und die Kostümdesignerin als eine absolute Stümperin ihrer Branche bloßstellt. Wer so einen Dünnpfiff fabriziert, hat in dieser Branche jedenfalls nichts zu suchen!

Na ja, mag man nun wenigstens hoffen, dass die Action noch was retten kann, so gilt hier ebenfalls: Fehlanzeige! Action gibt es hier vergleichsweise selten. Und wenn es dann doch mal anfängt zu krachen, dann möchte man den Schnittmeister hier in den tiefsten Schlund der Höhle wünschen. Auch wenn die paar Knall- und Bums-Szenen dann doch ein paar nette Action- und Baller-Fights zu bieten haben, so versaut der Mann im Schneideraum hier jeden Anflug von (wenigstens) kurzer Unterhaltung, da er die Aufnahmen hier so stümperhaft an einander gekleistert hat, dass einem davon schnell die Augen weh tun, obwohl man doch eigentlich gar nichts richtig von der Action mitbekommen hat. Währe wenigstens hier mal ein etwas erfahrener und talentierter Crew-Mitarbeiter am Werk gewesen, so hätte es wenigstens in den paar Action-Szenen zur Unterhaltung kommen können. Doch so langweilt man sich dann eher zu Tode.

Doch der wahre Langeweile-Tod liegt hier in den Szenen zwischen der Action, die leider viel zu oft vorhanden sind. Denn wenn es nicht knallt und bumst, dann geben die Figuren Onliner und Dialoge von sich, die weder Tiefe, noch Sinn und Verstand beinhalten und die Handlung, wenn überhaupt vorhanden, auch in keinster Weise weiterbringen. Ich persönlich musste ein ums andere Mal mit Müdigkeitsanfällen kämpfen, trotz der ständigen typischen Kino-Geräusche um mich herum. Zumindest im Kino habe ich so etwas Langweiliges schon lange nicht mehr erlebt.

Einzig und allein Charlize Theron kann den Film vor dem absoluten Bodensatz retten. Zwar fragt man sich die ganze Zeit, was so eine attraktive und talentierte Darstellerin in so einem Müll verloren hat, aber dafür kann sie wenigstens in ihrer Rolle gefallen. Wie schon in ihren anderen, wesentlich besseren, Filmen, so ist es auch hier jedes mal eine Freude, wenn man ihr bei der Arbeit zugucken darf. Zwar steckt sie hier wirklich in einem ganz lächerlichen Kostüm, doch wenn sie sich wie eine Grazie über den Boden bewegt und eine Kampfbewegung nach der anderen vollführt, dann hat man doch wenigstens ab und an mal ein paar leicht erfreuliche Erlebnise. Schade nur, dass neben ihr alle Darsteller vollkommen verblassen. Selbst der große Pete Postlethwite kann in seiner Rolle überhaupt nicht überzeugen, was nicht nur an seinem grottigen Kostüm liegt!

Fazit: Unterirdisch schlechtes Sci-Fi-Produkt aus der MTV-Schmiede, das eigentlich in keinem Punkt überzeugen kann. Story und Skript sind hier wirklich absoluter Müll und die Inszenierung kann, aufgrund ihrer tristen Kulissen, den schaurigen Kostümen, sowie der unglaublich mies geschnittenen Action, ebenfalls nur als misslungen bezeichnet werden. Dazwischen dann noch viel zu viel langweiliges, nichts bringendes Geschwafel und eine Darstellercrew, in der maximal Charlize Theron ihre Sache richtig gut macht. Kurzum, ein absolut trauriges Mainstream-Produkt Marke Hollywood, dass schon jetzt zu den schlimmsten Kinofilmen des Jahres 2006 gehört. Die Himbeeren dürften sicher sein!

Wertung: 2,5/10 Punkte

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