Selten so was inhaltlich Blödes, visuell Steriles und inszenatorisch peinlich Stocksteifes gesehen. Ein Film, vor dem man jeden, der zumindest noch den Verstand für das Buchstabieren des eigenen Namens besitzt, dringend warnen sollte. AEON FLUX zeigt eine dermaßen maue, schlecht durchdachte und geistlose Zukunftsvision, dass Aldous Huxley und George Orwell jetzt wahrscheinlich im Grabe rotieren. Basierend auf irgend einer MTV-Serie erzählt der Film von der letzten verbleibenden Menschenstadt, nachdem ein Virus 99% der Menschheit ausgerottet hat (und 1% von 6 Milliarden sind nach der eigenwilligen Mathematik der Filmemacher 5 Millionen). Eine Gruppe Rebellen kämpft gegen das Regime, welches die Menschen kontrolliert, manipuliert und bis ins Detail ausspioniert. Der Plot ist oberflächlich und langweilt ungemein - und daran ändern auch seine Wendungen nichts. Vor allem gibt es immer wieder Ungereimtheiten und man traut sich als Zuschauer gar nicht sein Hirn einzuschalten, um die innere „Logik“ des Ganzen zu reflektieren. Ein trotz seiner Simplizität holprig und unbedacht geschriebenes Geschichten, das in einer 45-minütigen „Outer Limits“-Episode besser aufgehoben wäre, wird hier 90 Minuten lang (gefühlte Zeit: 3 Stunden!) breitgetreten, da man es mit redundanten Actionsequenzen und dem Vorführen von antiseptischen Sets auffüllt. Und die Optik ist wahrlich augenätzend: nicht nur, dass die meisten Locations ein unsägliches Krankenhausambiente besitzen, müssen sie zu allem Überfluss oftmals auch noch grell ausgeleuchtet werden. *Wirklich* unerträglich wird der Film aber erst, wenn die Protagonisten mal ihre Kampfhandlungen unterbrechen, um den Mund aufzumachen. Die küchentischphilosophischen Dialoge - bestehend aus „Weisheiten“ und „klugen Bemerkungen“ - klingen unerträglich hölzern und ermüdeten mich sogar noch schneller als die sterile Optik und die ständige Rekapitulation der schlecht choreographierten Kampfszenen. Zumindest Charlize Theron ist im engen schwarzen Outfit ein echter Hingucker (obgleich sie schauspielerisch völlig versagt wie auch der Rest des steif agierenden Casts). Nachdem man mich also tatsächliche 90 und gefühlte 180 Minuten lang zu Tode langweilte, gab man mir am Ende noch eine tolle Botschaft mit auf den Weg, die da lautet: „Das Klonen von Menschen ist scheiße.“ Das sind Neuigkeiten, was?
Regisseurin Karyn Kusama hat die Chance vertan, ihr Ziel (das futuristische Actionfilmgenre mit einer femininen Sichtweise zu bereichern) zu erreichen. Ihr Film unterscheidet sich nicht von vergleichbaren Werken ihrer männlichen Kollegen, in denen die Titelheldin eine Frau ist . Vor allem verkommt Kusamas weibliche Protagonistin zu einer zweidimensionalen Kämpferin im aufreizenden Outfit, die wenig Persönlichkeit besitzt und menschlich gänzlich uninteressant ist. Warum die Regisseurin also meint, ihr Film zeige eine weibliche Sichtweise dieses Genres, weiß ich nicht (selbst die steril und unästhetisch designten Sets sind wenig lady-like). Aber vielleicht sollte sie - bevor sie uns mit ihrem nächsten Film brutalisiert - erstmal den Begriff „Regieeinfälle“ im Wörterbuch nachschlagen, denn ihr monotoner und unemotionaler Inszenierungsstil ist wirklich nicht mehr feierlich. Bis sie das getan hat, schaue ich lieber weiter Filme von Miranda July und Sofia Coppola, denn diese Filme profitieren davon, dass sie keinen Regisseur, sondern eine Regisseurin haben.
Ein unmenschlich schlechter Film.