Review

Nach „Monster“ und „Kaltes Land“ wollte ich Charlize Theron mal wieder etwas gepflegter sehen: Gewaschen, Make-up, mehrfaches Peeling, flächendeckendes Puder, rabenschwarze Haare(um die Augen stärker zu betonen)und hautenge Kostüme(um die feinen Rundungen stärker zu betonen).
Und siehe da: Regisseurin Karyn Kusama hat meinen Wunsch gehört.
Leider hat sie nicht richtig zugehört, denn ich wollte NICHT NUR eine attraktive Theron, sondern vor allem einen unterhaltsamen Film mit ihr…

Wir schreiben das Jahr 2450: Nur ein Prozent der Weltbevölkerung hat eine Seuche überstanden und lebt im isolierten Stadtstaat Bregna. Das Regime führt ein gewisser Trevor Goodchild an, der von den rebellischen „Monicans“ gestürzt werden soll. Den Auftrag für seine Exekution erhält Aeon Flux, eine Top-Agentin. Doch als Aeon ihm gegenüber steht, tauchen Erinnerungen aus einem früheren Leben auf…und fortan sind beide gemeinsam auf der Flucht.

Wieder so ein Science-Fiction-Ömmel, der kaum durchdacht ist oder zumindest einige Vorkenntnisse voraussetzt. Man muß es als gegeben hinnehmen, dass mentale Kräfte einiges in Gang setzten können und Aeon, mal so eben, durch ein Pfeifen ein paar Metallkugeln ins Rollen bringt, die sich anschließend zu einer gewaltigen Sprengkraft deformieren. So stellt die sich das eben vor.
Da werden mal wieder Menschen geklont und leben, wie Trevor Goodchild, zum siebten Mal in Folge, was 400 Jahren entspricht. Selbstverständlich wird das Wissen ständig erweitert, ist ja alles in der DNS verankert - Erinnerungen natürlich auch…

Und was für eine gefällige Ästhetik - so steril wie ein Krankenhausflur.
Ohne Ecken und Kanten wirkt alles wie aus dem Computer, selbst das Feld mit den Kirschbaumblüten. Mittendrin eine Theron, die sich bemüht, möglichst makellos ins Bild zu kommen, auch wenn sie in einer Szene zuvor eine Wunde im Gesicht hatte - in der nächsten ist alles wieder abgedeckt. Zwar gibt die Gute eine ansehnliche Figur ab, aber Schauspiel sieht anders aus und wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man sie glatt für eine Anfängerin halten…
Sie turnt, flick-flackt und ballert sich temporeich durch die uninteressanten Kulissen und das war´s. Nix mit Emotionalität und nix mit Sympathie.

Ist zwar ganz nett anzusehen, wenn Pfeile aus einer Riesenbeere auf zwei Frauen abzielen und die sich mit gut choreographierter Akrobatik aus der Affäre ziehen müssen, aber mehr Schauwerte hat der Film leider nicht zu bieten. Im Gegenteil, nachdem der absehbare Clou offenbart wurde, wird nur noch langatmig debattiert und herumgeballert. Dabei trauert man keiner Figur nach…

Schnelle Kämpfe in einer geleckten Optik und eine Theron, die zwar tadellos aussieht, aber dieser sinnentleerten Story nur die Rettung vor der totalen Katastrophe bietet.
Das kann´s nicht sein.
3 von 10 Punkten

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