Letztens wurde ich von einigen Freunden entführt, um „Aeon Flux“ über mich ergehen lassen zu müssen. Da ich schon die gleichnamige MTV Animationsserie grausam finde, hatte dieser Film wirklich keine guten Karten. Aber was hier abgeliefert wurde ist noch um einige Potenzen schlimmer, als die Serie.
Eine Seuche hat 99% der Erde dahingerafft. Seitdem leben die letzten Menschen in einer abgeschirmten Stadt, die von einer dolle fiesen Organisation geleitet wird. Natürlich gibt es mal wieder Rebellen, die das alles scheiße finden und schicken Aeon Flux ins Rennen, um da einiges wieder gerade zu biegen. Sie kommt einem ziemlich schnell vorhersehbaren Geheimnis auf die Spur.
Dieser Film könnte als Folterwerkzeug durchgehen und zwar in allen Belangen. Vor allem aber in den Bereichen Handlung und Ausstattung. Ich habe ja nichts dagegen, wenn SciFi Actionfilme mit einigen abgedrehten Ideen daherkommen, aber sie sollten auch irgendwie halbwegs realistisch sein. Und was hier geboten wird ist einfach nur lächerlich. Rollende Bomben, die per Pfeifton zu einem kommen, Zaubertränke, die einem nach Verzehr eine Botschaft mitteilen, Frauen, die Hände anstatt Füße haben (wozu soll das denn gut sein?) und, und, und. Noch fieser als dieser ganze Gadget-Overkill sind allerdings die total behämmerten Kostüme. So etwas habe ich noch nicht gesehen und will es auch gar nicht wieder. Die Fetzen sehen so bescheuert aus, dass die sicherlich kein Schwein anziehen würde. Lieber nackt durch die Arktis, als einen von den Fummeln anziehen. Am ärmsten ist der Typ dran, der in dem fliegenden Pantoffeltierchen wohnt. Ihm wurde eine neue Kostümversion der „Flesh Gordon 2“ Kackwürste gegeben, nur ohne Kopfteil und mit weniger dunkelbraun. Auch die übrige Ausstattung wie Waffen oder Kulissen versuchen möglichst futuristisch obercool zu sein, wirken aber einfach nur bescheuert. Eine wirkliche futuristische Coolness wie z.B. in „Equilibrium“ oder „Blade Runner“ wird nicht ansatzweise erreicht. Zu der konfusen, schlecht wiedergegebenen Handlung will ich eigentlich gar nicht mehr groß was schreiben. Fest steht, dass der Plot spätestens nach den ersten Flashbacks durchschaubar ist wie ne frisch geputzte Glasscheibe.
Kommen wie noch zur Action. Ab und zu serviert uns Frau Regisseur Karyn Kusama einige Actionhappen, damit der Zuschauer nicht komplett wegpennt. Aber auch hier ist Unterhaltung Fehlanzeige. Total überzeichnete Szenen, die auch noch fürchterlich geschnitten ist.
Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass Charlize Theron hier die Hauptrolle spielt und für viele wohl der einzige Grund gewesen sein dürfte dieses Machwerk durchzustehen. Allerdings bin ich der Meinung, ihr für diesen Film den eigentlich verdienten Oscar für „Monster“ wieder aberkennen zu lassen. Denn auch die gute Charlize hat außer 204768 verschiedenen knappen Outfits nicht viel zu melden. Bei den übrigen Schauspielern schmerzt es jedenfalls länger hinzugucken, was nicht zuletzt an den Kostümen (oder sollte man lieber sagen Kotz-tümen?) liegt.
Unterm Strich bleibt eine absolute Obergurke, an der ich nur Charlize Theron als optisches Beiwerk loben kann. Der Rest ist einfach nur verdammt schlecht. Wer allerdings mal vorhat einen Film a la „Mystery Science Theatre 3000“ zu vertonen, der könnte hier richtig sein. Alle anderen sein gewarnt. Der Film ist verlorene Zeit.