Wie immer deutete der Covertext auf einen revolutionären Science-Fiction-Streifen hin.
Wie immer bleibt davon nach 90 Minuten inhaltsleerem Gekloppe nicht viel übrig, wenn man von den optischen Schauwerten einmal absieht.
Zum einen fällt die quietschbunte Location irgendwo zwischen George Lucas' Sternenwelten und Alice im Wunderland positiv auf - vermittelt aber unmittelbar den Eindruck einer synthetischen Scheinwelt jenseits jeglichem Realismus. Die kontinuierliche Videoclip-Ästhetik verrät, dass MTV seine durch Klingelton-Werbung verdienten Millionen in dieses Projekt gesteckt hat. Immerhin entstand der Film ja auch nach einer (erfolgreichen?) Zeichentrickserie des gleichnamigen Senders.
Auf der anderen Seite begeistert natürlich Charlize Theron, die als hyperaktives Supergirl in stets knappen, futuristischen Kostümen ihren athletischen Körper perfekt zur Schau stellt, kickt, ballert, auf Bäume springt, in Gartenanlagen über nadelspitze Gräser hechtet oder sonst wie herumhampelt. Das Ganze wirkt eher wie ein billiges Jump'and'Run-Game als ein millionenschweres Action-Spektakel auf Zelluloid.
Mehr is nich! Die Endzeit-geprägte Story einer Großstadt, in der die letzten Menschen auf der Erde leben, weil der Rest der Menschheit von einem Virus dahingerottet wurde, kennen wir aus dutzenden anderen filmischen Beiträgen. Allerdings bleiben hier die Charaktere blass: Die Bösen sind nicht wirklich böse und den Menschen geht es sooooo schlecht auch nicht. Was soll dann das ganze Gezeter???Bei der Inszenierung der Kampfsequenzen stand offensichtlich der moderne Klassiker „MATRIX" Pate, konzentriert sich eigentlich die komplette Handlung auf die Darstellung spektakulärer Kloppereien - weniger wäre hier aber eindeutig mehr gewesen. Zu einfach erledigt die smarte Aeon die gesichtslosen Statisten, so dass mit fortschreitender Spieldauer die Actionsequenzen einen gewissen Wiederholungseffekt aufweisen.Immerhin ist das Ganze nach knapp 90 Minuten sinnfreier Unterhaltung vorbei.
Wer auf Videoclips und sein Hirn einer Verschnaufpause unterziehen will, kann sich den bunten Hokuspokus gerne einmal antun.
Die lediglich Drama-erprobte Frau Kusama („GIRLFIGHT") sollte sich vor ihrem nächsten Projekt allerdings gründlich überlegen, ob sie noch einmal einen Sprung ins fantastische Genre wagen sollte.
(4 / 10)