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Nachdem ein Virus einem Großteil der Weltbevölkerung das Leben gekostet hat, leben die letzten Menschen in einer befestigten Stadt, in der ein Kongress aus mehreren Wissenschaftlern die Kontrolle über die Menschen hat. Charlize Threon spielt eine Kämpferin in einer Untergrundbewegung, die nun den Chef eben dieses Kongresses töten soll, wobei sie einem gewaltigen Komplott auf die Spur kommt.

Dutzende größere Produktionen haben sich bereits mit dieser, oder ähnlichen Thematiken beschäftigt, ob nun "Krieg der Sterne", in dem die ein kleinerer Untergrund ein ganzes galaktisches Imperium befreien will, ob "Matrix", wo die Menschen gegen die Herrschaft der Maschinen angehen, oder "Equilibrium", in der die Menschen für das Recht, Gefühle haben zu dürfen, in den Kampf ziehen. Und eben diese drei Beispiele zeigen auch, dass man mit der Thematik wirklich viel erreichen kann, aber "Aeon Flux" gelingt dies trotz des relativ hohen Budgets von über 60 Millionen Dollar leider nicht, womit er auch zu Recht in den Kinos floppte.

Bei Comic-Verfilmungen ist man bei den Handlungen der Filme schon einigen Kummer gewohnt, aber "Aeon Flux" unterbietet dieses niedrige Niveau noch weiter. Die Charakterkonstruktion ist ein Witz, vollkommen eindimensional und so unglaublich klischeehaft, dass leider jeder emotionale Bezug zum Film verloren geht. Die düstere und beängstigende Zukunftsutopie wird leider auch nicht weiter genutzt und bereits im Keim durch dämliche Wendungen und eine vollkommen hirnlose Handlung erstickt. All dies ist aber mit dem Handicap der Comic-Verfilmung aber noch entschuldbar, ganz im Gegensatz zu den unglaublich nervigen Dialogen.

Nach dem durchaus gelungenen Boxer-Drama "Girlfight" handelt es sich bei "Aeon Flux" um die zweite Regie-Arbeit von Karyn Kusama, die hier erstmals mit einem höheren Budget umgehen und erstmals größere Action-Szenen inszenieren musste. Und diese mangelnde Erfahrung sieht man dem fertigen Werk leider auch an. Die Action-Szenen können durchaus unterhalten, sind aber in Anbetracht des Budgets eher enttäuschend. Größere CGI-Orgien oder Pyrotechnik gibt es leider überhaupt nicht, die Schusswechsel sind ganz gut gelungen, dafür sind die Nahkampfszenen aber vollkommen übertrieben und viel zu hektisch geschnitten. Das Design und die Kulisse sind sehr modern und solide in Szene gesetzt und zusammen mit der über weite Strecken eher leicht bekleideten Charlize Theron ergibt sich somit wenigstens ein hoher Schauwert. Da Kusama das Erzähltempo relativ hoch hält, bietet "Aeon Flux" wenigstens seichte Unterhaltung über 90 Minuten, mehr aber auch nicht. Spannung kommt ohne eine dichte Atmosphäre leider überhaupt nicht auf, wobei wenigstens das Finale gute Unterhaltung bietet. Die Filmmusik baut leider keine weitere Spannung auf und auch der, teilweise zu hektisch gewordene Schnitt wäre noch zu kritisieren.

Im Endeffekt ist es Charlize Theron, die den Film ins Mittelmaß hebt und rettet was zu retten ist. Warum sie zwischen ihren beiden Glanzleistungen in "Monster" und "Kaltes Land" eine dermaßen potentiallose Rolle angenommen hat, kann im Prinzip nur auf die Gage zurückzuführen sein, aber die hat sie sich auch verdient. Mal davon abgesehen, dass die Oscar-Preisträgerin einmal mehr nicht mit Reizen geizt und ihren Körper sowohl in erotischen Momenten, als auch bei der Choreographie der Kampfszenen perfekt in Szene setzt, ist auch ihre Mimik rundum überzeugend und so gibt sie eine sehr taffe und sympathische Widerstandskämpferin ab. Der übrige Cast ist ebenfalls sehr namenhaft besetzt, so sind auch Marton Csokas und Oscar-Preisträgerin Frances McDormand zu sehen.

Fazit:
Dass die Story nicht die beste sein würde und der Film weder durch geschliffene Dialoge, noch durch eine tiefe Charakterkonstruktion beeindrucken würde, war ja schon im Vorhinein klar, dass aber auch die Action-Szenen nicht über ein mittelmäßiges Niveau hinauskommen würden und der Unterhaltungswert so gering ausfallen würde, nicht. So ist es lediglich der starke Cast, allen voran natürlich Charlize Theron und das futuristische Design, dass "Aeon Flux" vor dem vollkommenen Desaster bewahrt.

46%

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