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Die Adaption einer TV-Serie fürs große Kinoformat geht häufiger nach hinten als nach vorne los. Um so erfreulicher, wenn sich der Kino-Ableger nicht ausschließlich auf die Stärken der Vorlage verlässt sondern auch mit jeder Menge neuer Interpretationsmöglichkeiten und Ideen aufwartet.
So geschehen mit "Aeon Flux", der Kino-Umsetzung einer von Peter Chung entwickelten MTV-Kult-Serie, welche zwar kein geradliniges Fernsehformat besitzt aber dennoch eine weltweite Fangemeinde anlocken konnte.

Der selbst für einen Science-Fiction-Film in beeindruckende Kulissen gepackte Future-Actioneer macht zwar leider storytechnisch keine Furore aber das muss er auch gar nicht.

Im Jahre 2415 ist die Menschheit durch einen Supervirus beinahe ausgerottet. Nur etwa 5 Millionen Überlebende haben sich in der von einer privaten Familie gebauten Stadt Bregna gegen die Außenwelt abgeschottet. Innerhalb der Mauern versuchen Rebellen, das Regierungssystem zu stürzen. Eine von ihnen ist die Agentin Aeon Flux.
Als ihre Schwester einem Attentat zum Opfer fällt und sie den Auftrag bekommt, den Führer der Regierung zu töten, kommt ihr das gerade recht. Doch als sie ihrem Opfer gegenübersteht kommen ihr Zweifel an der eigenen Gesinnung. Auf eigene Faust und die Herrscher und ihre eigenen Leute gegen sich macht sie sich daran, herauszufinden, ob das Leben in und um Bregna wirklich das ist, was es zu sein scheint...

Charlize Theron gelingt das gleiche Kunststück wie Jodie Foster in "Panic Room". Sie trägt mit ihrer Präsenz einen recht simpel gestrickten aber visuell unheimlich aufregenden Thriller mühelos alleine.
Auch in "Aueon Flux" muss sie innerhalb eines engen Raumes (auch wenn die Stadt hier recht weitläufig ist im Gegensatz zu einem Stadthaus mit mehreren Etagen) agieren. Zu Hilfe kommen ihr dabei die mit allerlei visuellen Spielereien gespickten Kulissen, welche die Drehorte Potsdam und Babelsberg als eine Zukunftsvision par excellence darstellen.

Ideen wie sterile Gebäude und organische Killermaschinen wechseln sich ab mit ständigem Sonnenschein und netten Gimmicks wie Hände als Fuß-Ersatz und waghalsigen Stunt-Szenen. Daß viele dieser Aktionen sich als CGI entpuppen stört dabei überhaupt nicht, denn so bekommt der Film einen ganz besonderen Look, der die im Grunde düstere Storylinie bei all dem freundlichen Wetter recht gut unterstützt.
Hier ist nichts, wie es erscheint und wie bereits Kerry Conran in seinem Abenteuer "Sky Captain and the World of Tomorrow" bewiesen hat, kann man sehr wohl Kulissen aller Art als Hauptdarsteller einetzen!

Charlize Theron beweist, daß sie auch als akrobatische Action-Heldin das Zeug zum Alleingang hat und ihr gelingt eine beeindruckende Präsenz. 
Die Inszenierung von Karyn Kusama ist flott und bringt alles schnell auf den Punkt. Mit einer Laufzeit von 89 Minuten ist "Aeon Flux" auch eher als schnelles Häppchen denn als Epos gedacht und unterhält sehr gut.

DIe Nebendarsteller sind, mal ehrlich, auch Nebensache und tragen ihren Teil dazu bei, daß man hier nicht allzu sehr ins Detail gehen muss.
Was bleibt, ist eine großartig gestylte One-Woman-Show mit Aha-Effekt und einem Auge fürs Detail - super Sache! 

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