Review

Völlig neben der Spur fahrender Genremix, der zwar unter der Leitung von Gore Verbinski entstand, aber keinerlei kontinuierliches Talent a la "The Ring" oder "Fluch der Karibik" erkennen lässt.
Vielleicht war es ja die Sperrigkeit des Materials, die alle Beteiligten gereizt hat, so dass sie mal Urlaub vom Superstardom haben wollten, denn warum sollten sonst Brad Pitt und Julia Roberts in so einem Murks auftreten.

Wer den Film einordnen will, muss ihn irgendwo zwischen tarantinoesken Gangsterfeeling und Road-Trip-Komödie suchen, das Ganze schön kompliziert und wortlastig gestrickt und mit allerlei Albernheiten gewürzt.
Pitt muss mal wieder einen slackerhaften Typen spielen, den halbdebilen Angestellten eines Gangsterbosses, und soll eine legendäre, verfluchte Pistole aus Mexiko herausholen. Wer ihn ein Minütchen gesehen hat, weiß, dass binnen kürzester Zeit in Schwierigkeiten stecken wird und so geschieht es auch. Wie lustig.

Derweil wird sein fuchsteufelswildes Gspusi Julia Roberts von einem schwulen Profikiller (James Gandolfini als einziger Grund sich den Film anzusehen) einkassiert, weil er Pitt auf die Spur kommen will. Daraus entspinnt sich eher ein amüsantes Coming Out, bis Gandolfini mir nichts, dir nichts auf die Schnelle abserviert wird und im Gewirr der Motivationen der Sinn des Films gänzlich flöten geht, denn die Geschichte der Waffe wird von jedem anders erzählt, nur bringt das die Figuren wenig weiter und auch zeitweises Erschießen einiger Charaktere macht den Film nicht sinnvoller.

Während wir uns Pitt zwar als halbgebildeten Pechvogel vorstellen können, ihn aber so nicht sehen wollen, ist es mit Miss Roberts genau andersrum: die wollen wir zwar sehen, aber als Kellnerin will sie hinten und vorne nicht durchgehen. Was sie nun so Tolles an ihm findet, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Von einer "heißen Liebe" ist ergo auch nicht zu bemerken, von einer lächerlichen schon eher. Gandolfini rettet den Film solange, bis seine Rolle obsolet wird und Gene Hackmans Kurzauftritt trägt nichts dazu bei, den Streifen aufzuhellen.

Handwerklich sauber gemacht, fragt man sich, ob es vielleicht eine Zielgruppe gibt, für die dieser Film wie gemacht war. Und hat ihn im nächsten Moment schon wieder vergessen. (3/10)

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