Review

Episodenhorror sehe ich mir immer gerne an. „From a whisper to a scream“ schien ein Geheimtip zu sein, der jedoch nicht ganz das halten kann, was im Vorfeld immer gepredigt wurde.


Eben noch war Bess Chandler bei der Hinrichtung von Katherine White dabei, nun ist sie in der Bibliothek ihres Onkels, Julian White (Vincent Price). White ist der Meinung, dass das Böse in der Stadt steckt und jeder der hier bleibt, irgendwann mal zum Mörder wird oder ihm was schlimmes passiert. So erzählt er Bess vier kurze Geschichten, die seine Theorie beweisen sollen:

Stanley Burnside lebt mit seiner Schwester zusammen. Beide sind leicht durchgeknallt, so muss Stanley seine Schwester öfter mal baden. Verliebt ist Stanley in seine Arbeitskollegin Grace. Irgendwann wagt Stanley den entscheiden Schritt, Grace zu fragen, ob sie mit ihm ausgehen möchte. Dies gelingt sogar, doch Grace scheint nicht wirklich an Stanley interessiert, ganz im Gegenteil. Trotzdem will Stanley mehr, so tötet er Grace in seinem Auto. Da Stanley nicht das bekommen hat, holt er sich das von der mittlerweile aufgebahrten Grace. Neun Monate später bekommt Stanley die Quittung...(8/10)

Da hat Jesse Hardwicke noch mal Glück gehabt. Nicht nur seine Freundin verlässt ihn, sie hat ihn auch noch bei zwei komischen Typen verpfiffen. Die kriegen Jesse zwar nicht, verwunden ihn aber schwer, so dass der Tod nur eine Frage der Zeit scheint. Plötzlich wacht Jesse im Haus des alten Felder Evans auf. Dieser hat ihn gesundgepflegt. Jesse ist alles andere als dankbar und findet über den seltsamen Mann heraus, dass er um die 200 Jahre als sein muss. Das will Jesse auch, quasi unsterblich sein. Doch diesmal zahlt er den Preis...(7/10)

Keiner kann es glauben. Ein Mann, der Glasscherben und alles andere mögliche Zeug essen kann. So was biete nur der Zirkus der Freaks. Leider hat sich die hübsche Amaryllis in den Glasesser verliebt. Der bockt aus einem guten Grunde ab, steht er doch unter der Fuchtel der Leiterin des Zirkus, welche eine scheinbare Macht über den Mann hat. Als beide dennoch fliehen, frisst sich das Glas buchstäblich aus dem Mann heraus...(6.5/10)

Es herrscht Bürgerkrieg. Eine Gruppe von vier Männern ist unterwegs und erschießt alles, was sich bewegt. Egal ob der Feind schon die weiße Flagge hisst, selbst der eigene Kammerrad wird erschossen, nachdem der Krieg beendet ist. Die drei restlichen Männer werden dann aber fast in die Luft gesprengt. Sie werden gefangen genommen von Kindern. Diese Kinder haben etwas ganz besonderes mit den Männern vor, denn Erwachsene mögen sie gar nicht mehr...(6/10)


Vier sehr unterschiedliche Geschichten, die alle in wie immer wundervolle Art und Weise von Vincent Price eingeleitet werden. Vier Geschichten, welche sich nicht nur inhaltlich total unterscheiden, auch von den Effekten her.
Die erste Geschichte ist eigentlich nur krank, bietet kaum F/X, ist aber dafür die Beste. Dies liegt schon allein an den Hauptdarsteller, der die Figur des Stanley absolut überzeugend rüberbringt. Auch wenn vieles nur angedeutet wird, der Zuschauer weiß immer genau, was Sache ist bis zum recht kruden Finale.

Auch die zweite Geschichte überzeugt, auch wenn einem die Figur des Jesse schon auf die Nerven geht. Dafür gibt es einen wirklich genialen Schlussgag, der für so manches entschädigt. Sicherlich kann man auch darauf kommen, aber trotzdem, diese Ende ist das Beste aller vier Folgen. Einfach schwarzhumorig und bissig.

Die dritte Geschichte flacht dann schon ein wenig ab. Richtig überzeugend wirkt das alles nicht, die Einleitung dauert viel zu lang incl. dem Liebesgesäusel der Frau. Dafür gibt es hier gegen Ende knallharte Effekte, die zwar recht schnell geschnitten sind, aber dennoch ihre Wirkung nicht verfehlen.

Die letzte Episode ist dann auch die Schwächste. Die Episode hat mich kaum überzeugt, wirkt sie nicht wirklich motiviert. Nervende Soldaten, vieles kann man voraussehen. Nur Fans blutiger Effekte kommen teilweise auf ihre Kosten. Einige Gemeinheiten sind schon dabei, doch auf die Spitze getrieben wird es nicht. Solide Kost halt. Nicht mehr, nicht weniger.

Da diese vier Storys den Hauptteil des Film einnehmen, bleibt nicht wirklich viel Zeit für Vincent Price, der aber dennoch einen würdigen Abgang findet (kann man so oder so sehen). Auch hier gefällt mir das Ende des Film nicht wirklich, aber man kann nicht alles haben.
Ehrlich gesagt, ich habe mir von diesem Geheimtipp ein wenig mehr versprochen. Der Film war jahrelang schwer zu bekommen und wurde in höchsten Tönen gelobt. Dem kann ich mich nicht wirklich anschließen, da mich nur zwei der vier Episoden überzeugt haben und auch die Nebenhandlung mit Vincent Price ist nicht wirklich gelungen. Dies liegt nicht an Price, sondern einfach an der Story. Auch hier wird viel Potential verspielt, da auch diese Nebenhandlung recht brutal anfängt, gegen Ende aber immer schwächer wird bis zum enttäuschenden Finale. Da habe ich mir mehr erhofft.


Fazit: „From a whisper to a scream“ ist alles anderes als ein schlechter Film, nur halt nicht so gut, wie er vielfach betitelt wurde. Dank zweier guter Episoden und Vincent Price reicht es gerade für 6.5-7/10. Es fehlt halt in den beiden letzten Episoden der „Kick“, sich wirklich für diese Folgen zu interessieren. Da hätte man noch mehr rausholen können. Splatterfans werden auch nicht wirklich zufrieden sein. Eine Splattergranate ist dieser Film auch nicht, auch wenn er auch gerne so betitelt wird. Er hat zwar einige harte Effekte, doch diese sind recht schnell geschnitten. Dennoch für Fans von Episodenhorror mehr als einen Blick wert.

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