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Den etwas älteren Semestern dürften Anthologien wie „Creepshow“ oder „Geschichten aus der Gruft“ natürlich ein Begriff sein, doch es gab seinerzeit eine Reihe anderer, wovon einige etwas zu Unrecht untergingen. Mit gerade einmal 24 Jahren drehte Regisseur Jeff Burr seinen zweiten Spielfilm, der vier Kurzgeschichten und eine Rahmenhandlung beinhaltet. Die garstigen Pointen kaschieren dabei die teils etwas lahme Erzählweise.

In Oldfield, Tennessee scheint das Böse zu wohnen, wie der Bibliothekar Julian White (Vincent Price) einer Reporterin zu berichten weiß. Er erzählt von einem unglücklich verliebten Nerd, einem gierigen Gauner auf der Flucht, dem Bann einer Zirkusbesitzerin und Südstaatensoldaten kurz nach dem Bürgerkrieg. Doch warum ist die Reporterin eigentlich bei White aufgekreuzt?...

Selbstverständlich schwankt die Qualität der Episoden, wobei die Rahmenhandlung, trotz der Präsenz von Price noch am ehesten enttäuscht.
Der erste Film benötigt ein wenig zu lange, um auf den eigentlichen Punkt in Sachen unglückliche Liebe, Nekrophilie und einer mutierten Kreatur zu kommen. Die Effekte regen zum Schmunzeln an, jedoch auch die überdimensionale Brille von Clu Gulager.

Episode zwei ist eigentlich ein Kammerspiel, bestehend aus zwei Personen und dem Geheimnis eines Lebenselixiers. Das bitterböse Ende entschädigt auch hier für den etwas behäbigen Aufbau. Die darauf folgende Geschichte mit dem Zirkus und einem Paar auf der Flucht bleibt hingegen eher mager pointiert, da das Ende primär auf Splattereffekte abzielt, welche es jedoch in sich haben. Für Gorehounds der Höhepunkt des ansonsten eher blutarmen Treibens, mal abgesehen von einem heraus getrennten Augapfel.

Die finale Episode liefert vergleichsweise viele Emotionen und eine notwendige Tiefe, als Fragen über Sinn und Unsinn von Kriegen aufgeworfen und die Folgen für alle Beteiligten veranschaulicht werden. Inhaltlich fühlt man sich zwar etwas an „Kinder des Zorns“ erinnert, doch darstellerisch als auch spannungstechnisch überzeugt der finale Kurzfilm.

Insgesamt unterhält der Episodenfilm recht solide, obgleich die Atmosphäre bei allen Beiträgen ein wenig zu kurz kommt, wogegen die Auflösungen angenehm makaber ausfallen. Die Rahmenhandlung enttäuscht demgegenüber ein wenig und auch ein Vincent Price vermag in der eingeschränkten, durchweg im Sitzen agierenden Figur nicht die volle Präsenz entfalten.
Ansonsten wird passabel performt, die Ausstattung fällt primär in der letzten Episode positiv auf und auch sonst gibt es auf handwerklicher Ebene wenig auszusetzen.
Für Freunde von Anthologien und 80er Horror keine schlechte Wahl.
6,5 von 10

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