Review

Exit Roger Moore.
In seinem letzten James Bond Film zeigt die Formkurve für die Serie nach einigen mediokren Beiträgen zum Glück wieder überdeutlich nach oben.
Das Beste hebt man sich eben doch bis zum Schluß auf.
Das soll uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß es für Moore, dem man seine 57 Jährchen in diesem Film mit jeder Gesichtsfalte ansieht, allerhöchste Zeit war, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Sowohl läuferisch als auch in Kampfsequenzen sieht Bond hier nicht mehr so agil aus, wie man ihn gewöhnt ist. Trotzdem besticht auch dieser Bond wieder durch Moores ironischen Charme, der ihn durch die gesamte Handlung trägt, ein Merkmal, daß allen folgenden Bonds abging.
Abgesehen von der einigermaßen umständlichen, aber doch relativ modernen Story um die Bedeutung von Microchips für die Welt, hält der Supportcast den gesamten Film auf einem gleichbleibend hohen Level. Christopher Walken ist jung und schillernd genug für einen beachtlichen Schurken, an den man sich noch länger erinnern kann und Grace Jones als Killerin/Leibwächterin Mayday ist für viele eh der Höhepunkt des Films, sowohl in optischer als auch in athletischer Hinsicht. Tatsächlich gab es nach ihr keinen "Superschurkenhelfer" mehr, der einen ähnlich bleibenden Eindruck hinterlassen hätte. Auf der "guten" Seite müssen wir mit Tanya Roberts zwar wieder ein blasses Mäuschen mitschleppen, können uns aber über den Gastauftritt des elegantesten und höflichsten Agenten ihrer Majestät freuen: Patrick Macnee (alias John Steed aus "Mit Schirm, Charme und Melone") gibt Bonds Kontaktmann und Helfer, wobei sein relativ schnelles Ausscheiden zwar nicht würdelos, aber irgendwie traurig ist.
Ansonsten wurde auf Abwechslungsreichtum großen Wert gelegt, wobei die Pre-Title-Sequenz auf dem Eiffelturm wieder mal zu den Höhepunkten gehört.
Doch sowohl bei den Pferderennsequenzen, wie auch im Falle des Silicon-Valley-Plots kann der Film punkten, wobei der Showdown wirklich gelungen ist.
So beendete Moore hiermit nach sieben Filmen seine Karriere als berühmtester Agent der Welt und gab den Stab an seinen Nachfolger Timothy Dalton weiter.
Mit ihm ging seine und Sean Connerys langjährige Kollegin Lois Maxwell, die one and only real Moneypenny, in Pension, um in einer jüngeren Fassung wieder aufzuerstehen. Bleibt zu hoffen, daß Bond endlich auch mal mit ihr ausgegangen ist, wie er es immer versprochen hat.
(6,5/10)

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