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Paul Walker spielt einen jungen Arktisforscher, der einen Geologen, gespielt von Bruce Greenwood, zu einem Meteoriten führt. Bei ihrem Ausflug kommt es jedoch zu einem Arktissturm und die beiden werden zusammen mit den restlichen Forschern evakuiert, die Schlittenhunde werden aber vergessen. Walker beschließt später ins ewige Eis zu fahren und seine Hunde zu suchen, die ihm mehrfach das Leben gerettet haben.

Einmal mehr liefert Walt Disney hier einen Familienfilm ab, der zu naiv und kinderfreundlich geworden ist, dem Erwachsene folglich nicht sonderlich viel abgewinnen können und daran beginnt der Film leider schon recht früh zu scheitern, auch wenn ein halbwegs solider Unterhaltungswert erreicht wird.

Einerseits beansprucht der Film für sich auf einer wahren Begebenheit zu basieren und das mag für den Handlungsverlauf auch zutreffen, realistisch ist der Film dennoch nicht. Sämtliche Nebenfiguren, vom freundlichen Geologen, über die loyale Mannschaft, die schließlich zusammen mit Walker ans Ende der Welt fährt, um dessen Schlittenhunde zu retten, sind viel zu sympathisch, naiv und flach konstruiert, als das man den Film für voll nehmen könnte und auch das Verhältnis der Hauptfigur zu seinen Tieren ist eher mäßig dargestellt. Der Handlungsverlauf ist leider vorhersehbar, da ein solcher Disney-Familienfilm im Prinzip überhaupt nicht schlecht enden kann. Unterm Strich ist die Story bei der aufgrund der interessanten wahren Begebenheit viel mehr drin gewesen wäre, nur ein Vehikel für Tier- und Landschaftsaufnahmen und damit leider ein Störfaktor, der den Gesamteindruck deutlich trübt.

Inszenatorisch gibt es aber nichts zu bemängeln, zumal mit Frank Marshall, der unter anderem "Jäger des verlorenen Schatzes", "Die Farbe lila" und "The Sixth Sense" produzierte, eine erfahrene Filmgröße am Werk war. Die Landschaftsaufnahmen des ewigen Eises der Antarktis sind hervorragend in Szene gesetzt und damit ist über weite Strecken ein hoher Schauwert gegeben. Auch die Tieraufnahmen sind ansehnlich und damit sollte "Antarctica" Freunde des Tierfilms durchaus zufrieden stellen, zumal die Wölfe in diesem Film, anders als bei anderen Filmen des Genres, zu keinem Zeitpunkt in ihrem Verhalten vermenschlicht werden. Mit der soliden Filmmusik und ein paar emotionalen Einstellungen wird zudem eine typische Wohlfühlatmosphäre aufgebaut werden, die einen als Zuschauer jedoch kaum mitreißt, da die Story gelegentlich harkt. Zudem hält Marshall das Tempo relativ hoch und kann damit durchgehend unterhalten, damit erfüllt er definitiv das Pflichtprogramm.

Da bei diesem Film das Hauptaugenmerk auf diversen Vierbeinern und Landschaften ruht und die Charaktere flach konstruiert sind, haben die Darsteller leichtes Spiel und werden gewissermaßen verheizt. Paul Walker spielt dabei recht solide und findet sich mit seiner gewohnt sympathischen Art hervorragend in seine Rolle ein, Bruce Greenwood überzeugt ebenfalls und auch Jason Biggs spielt nicht schlecht und auch der restliche Cast überzeugt.

Fazit:
Die Story steuert leider viel zu kalkulierbar auf ihr Happy End zu und erreicht nicht die nötige Tiefe, um überzeugen zu können. Durch den guten Cast und die hervorragende Optik mit sehenswerten Aufnahmen der Tiere und des ewigen Eises unterhält der Film dennoch einigermaßen, ist aber nur für Fans des Tierfilms wirklich zu empfehlen.

42%

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