Review

Versaute Perücken

Peter Greenaways vielleicht berühmtestes Werk, wird hier ein selbstbewusster Maler plötzlich moralisch zum Zwerg.

Er soll malen Anwesen und Stil, dem Adel jedoch seine frechen Ansichten und Tricks nicht gefiel.

Das führt zu Intrigen, Mord, Philosophie und Tod,und das trotz all barocker Größe, Opulenz und auf dem Silberlöffel Kot.

Perfekt austariert und wunderbare Gärten, hat dieses kinky Kunstwerk durchaus auch seine Härten.

Eleganz, Erotik, einhellige Euphorie, sieht man hier Adel und Malerei wie selten bis nie.

Englische Landschaften und Ansichten, Geheimnisse und Verrat, hat dieser Greenaway nahezu alles, was der anspruchsvolle Filmfan will, parat.

Ein Mysterium, ein Puzzle, vor allem der neue 4K-Transfer eine Wohltat für die Augen, dieser Kontrakt ist dermaßen stilsicher und verzwackt, man mag es kaum glauben.

Das ist sexy, das ist frivol, das ist porentief faszinierend, immer unter die schöne Decke und faule Fassade gierend.

Greenaway ist hier wirklich Großes und Einzigartiges gelungen, ein vollkommenes Vexierspiel, das nur er hat so geschwungen.

Natürlich mag das aber nicht für jeden sein, dennoch empfehle ich jedem zu gucken hinter den steifen Schein.

Fazit: gestelzt und genial, verkopft und versaut, künstlerisch und vielschichtig… „The Draughtman's Contract“ ist anspruchsvollstes Historien-, Philosophie-, Krimi- und Kunstkino ohne Abstriche oder Entgegenkommen. Gärtnerei, Malerei. Dekadenz, Exzellenz. 

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