Liebe Leser, auf diesem Wege enthalte ich mich einer Bewertung von 1 bis 10, weil keine Zahl diesem Film gerecht wird, denn er ist zu schlecht um gut zu sein und zu gut um schlecht zu sein. Hört sich vielleicht komisch an, aber besser kann man diesen Film wohl nicht in Worte fassen.
Was uns Edward D. Wood Jr. hier auf die Stulle schmiert ist fern ab jeglichen Realismus. Die Nacht wird in sekundenschnelle zum Tag und andersrum sieht das nicht anders aus. Ufos in Tellerform schweben über die Stadt, getragen von unübersehbaren Schnüren. Klassische Filmfehler dieser Zeit sind meistens die Leute in ihren Autos, die wie bekloppt das Lenkrad rumreißen, obwohl man durch die Hinterscheibe sehen kann, dass der Mann eigentlich auf einer geraden Strecke fährt, aber was uns Plan 9 bietet ist wirklich einmalig. Dabei ist die Story selbst einfach nur unsinnig. Zwei einzelne Außerirdische greifen zum letzten Notgroschen, dem Plan 9 (Von den anderen acht Plänen erzählt man uns netterweise erst gar nicht), um die Weltherrschaft über die Erde zu erzielen. Jetzt wartet man natürlich auf riesige Roboter die aus dem Boden schießen, oder Aliensoldaten, die die Menschheit überrollen, aber nein! Drei Tote werden wiederbelebt und sollen die ganze Menschheit umbringen. DREI TOTE!!! Das grenz an grenzdebiler Genialität. Tatsächlich geht aber auch dieser Plan eiskalt in die Hose und die Menschheit hat wieder Ruhe.
Man muss schon ein verdammt guter Regisseur sein, um solch eine pillepalle Handlung logisch zu erzählen, aber leider ist Ed Wood alles andere als ein Perfektionist. Da wären zum einen die sinnfreien Dialoge, mit am stärksten bleibt da im Gedächniss der Satz des Kommissars hängen, der eine Leiche gefunden hat: "Er wurde ermordet. Und jemand ist dafür verantwortlich!"
Aber neben diesen unfreiwillig lustigen Dialogen finden sich auch mehr oder weniger gelungene Kulissen in dieser Farce. SO sieht das Cockpit eines Flugzeugs eher nach einer Waschraum als nach einem Cockpit aus und die Außerirdischen (Übrigens wirklich originell: 2 Menschen!) betonen, wie überaus empfindlich ihre Instrumente sind... so sehr am Herzen scheinen sie ihnen wohl doch nicht zu hängen, denn sie stehen auf handelsüblichen Holztischen aus dem Möbelhaus.
Einen wirklichen Geniestreich (Oder einfach nur ein dummer Jucks?) fiel Ed Wood mit der Besetzung von Bela Lugosi ein. Für die Handlung eigentlich gar nicht notwendig, zieht Wood sein Ding durch. So benutzt er etwas alte Aufnahmen von Lugosi immer und immer wieder, und neue Szenen, in denen Lugosis Charakter vorkommt, werden einfach mit dem Chiropraktiker von Woods Frau gedreht, aber HALT..!... Der Chiropraktiker und Bela Lugosi sehen sich doch gar nicht ähnlich! Tja, aber Ed Wood wäre nicht Ed Wood, wenn er nicht einen Trumpf nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt. So zieht sich der vermeintliche Lugosi-Imitator einfach das Cape vors Gesicht, um unerkannt zu bleiben. Da sträuben sich eher die Lachmuskeln als die Nackenhaare. Genau wie bei den anderen beiden "Toten", ein Wrestler und eine TV-Ansagerin. Der Wrestler bleibt im Grab hängen und die Ansagerin verläuft sich beinahe in immer gleichen Szenerien.
Wäre ich ein Spießer würde ich dem wahrscheinlich eine 1 geben, aber dazu bringt er einen viel mehr zum lachen als manche der heutigen Komödien. Und wenn der Film einfach nur ein Scherz eines Spaßvogels wäre, dem auf dem Klo gerade nichts besseres eingefallen ist, würde ich ihm eine 10 geben, aber er ist ja wirklich ernstgemeint! Aber irgendwie hat der Film etwas, eine undurchdringbare Liebenswürdigkeit. Und bevor ich eine Note gebe, die ich nachher bereue, gebe ich erst gar keine,
Ja, seht euch den Film unbedingt wenigstens mal einmal an, ich kann nicht sagen, dass es sich in künstlerischer Hinsicht lohnen würde, aber was zum lachen gibt es wirklich allemal.
Deshalb:
X / 10