Review

Das ist er also, der wohl schlechteste Film aller Zeiten. Aber waren das nicht die Killertomaten? Keine Ahnung. Andere sagen wiederum, Ed Woods Angriff auf den guten Geschmack des Cineasten ist höchstes Kultur- und Kultgut und schon deshalb bewahrenswert. Das will ich bereits jetzt rundweg verneinen. Ed Woods Trashgranate ist allerdings genauso schlecht wie ein weiteres Dutzend B-Movie-Filme und somit auch am anderen Ende der Bewertungsskala nicht gerade einzigartig.

Außerirdische greifen die Erde an. Sie versuchen, nachdem bereits acht Pläne scheiterten, die wahrscheinlich auch schon beknackt genug waren, mit Plan 9 die Menschheit am Bau einer Solarbombe zu hindern. Dazu sollen Tote zu Untote mutieren mittels einer besonderen Bestrahlungsmethode und den Fremdlingen behilflich sein. Es kommt bald zum ersten Aufeinandertreffen...

Ich will Wood noch nicht mal die - allerdings schon sehr billige - Tricktechnik und spartanische Ausstattung vorwerfen, wobei ich allerdings die viel zitierten Bindfäden, an denen die UFOs hingen, nicht ausmachen konnte. Ist aber auch egal, sah ja auch so Scheiße genug aus. Hauptmanko war vielmehr, dass ich mich von Anfang an gelangweilt habe und trotz der recht kurz gehaltenen Laufzeit der Film kein Ende nehmen wollte. Da nützen auch unfreiwillig komische Dialoge wenig. Auch glaube ich nicht, dass Wood seine Zuschauer mit dem naiven Plot belustigen wollte, da er doch allen Ernstes Chef-Dracula Lugosi als Zugpferd in den Film hievte, obwohl der schon vor den Dreharbeiten das Zeitliche segnete. Für Wood kein Problem, es gibt schließlich Archivmaterial und für die Rolle sprang außerdem der Chiropraktiker (!) seiner Frau ein. Klar, dass der die ganze Zeit mit nem Umhang vor dem Gesicht rumlief, hätte ja einer merken können. Die Friedhofslandschaft mit schauriger Musik hat mir dabei noch am besten gefallen, wobei aber auch Schauspielerinaushilfe Vampira als Untote etwas hüftsteif wirkte, vielleicht waren ihr ja beim Warten auf ihren nächsten Einsatz die Gliedmaßen eingeschlafen...

Es wäre auch zu viel, hier alle Logiklöcher noch mal aufzuzählen, dafür gibt es bereits etliche Nachschlagewerke und hiesige Reviews. Zum Brüller wird allerdings die Szene, als die Außerirdischen den verwunderten Leuten beim Aufeinandertreffen im Raumschiff erzählen, dass die Menschheit in Zukunft eine Solarbombe bauen wird, um das Universum zu vernichten und den verdutzten Anwesenden auf Nachfrage auch gleich die Bauanleitung mitgaben. Einfach herrlich, oder?

Fazit: War für mich ziemliche Zeitverschwendung, aber vielleicht sollte man bei einem zweiten Versuch Freunde einladen und den Alkoholpegel hochfahren. Einen Extrapunkt vergebe ich dennoch für Dialoge der Marke: „Der Inspektor Clay ist tot. Ermordet." - „Und dafür muss jemand verantwortlich sein!". Das kann allerdings nicht ausreichen, den Film richtig gut zu finden.

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