Review

Für jeden angehenden Regisseur ist "Plan 9 from Outer Space" ein Lehrbuch, dass zeigt, wie man einen Film nicht machen sollte. Nicht zu Unrecht gilt Edward Woods Trashperle hier als "schlechtester Film aller Zeiten" und erzeugt in seinem Dilettantismus mehrere unfreiwillige Lacher.

Schon bei näherer Beleuchtung der Story, in der Außerirdische tote Menschen wieder zum Leben erwecken wollen, um so die Erde zu erobern, fragt man sich, was da in Woods Kopf alles umhergeisterte. Welche Pferde haben ihn da zu so einen Schwachsinn geritten, denn die Handlung ist größtenteils nicht mehr als geistiger Dünnschiss. Dabei nahm der gute Edward dieses Werk Bierernst und war immer überzeugt, hiermit einen großen Erfolg zu landen. Letztendlich soll der Film - dies beweist der Schluss - sogar Zivilisationskritik üben, die aber in der lachhaften Inszenierung vollkommen untergeht. Zudem vertreiben revolutionäre Einfälle wie eine Solarbombe samt einer umfassenden Erklärung ihrer Funktionsweise jede Ernsthaftigkeit gleich wieder. Mit der Schlussszene muss man es auch noch einmal übertreiben, sodass der Zuschauer keine andere Wahl hat, als sich seine Tränen vor Freude wegzuwischen.

Diese unfreiwillige Komik ist wirklich das einzige, was an diesem Schund sehenswert ist. Die "geistreichen" Dialoge sind wohl der Knaller schlechthin. UFOs sollen so tief fliegen, dass sie Menschen zu Boden werfen oder Polizisten verfügen über so eine enorme Kombinationsgabe, eigentlich schon profilerische Fähigkeiten, dass auf die Feststellung der Ermordung des Inspektor Clays nur noch ein Satz à la "Dafür muss jemand verantwortlich sein!" fallen kann. Wo man auch schon bei den Darstellern wäre, die absolut stumpf agieren. So untalentiert wie ein Sportler, der sich heutzutage in einen Werbespot verirrt hat.

Den Vogel gänzlich abschießen vermag aber die stümperhafte Inszenierung, die durch ein Taschengeld-Budget im vornherein zum Scheitern verurteilt war. Unpassende übertriebene Klänge und eine kaum experimentierfreudige, immer auf Distanz bleibende Kamera sind noch das geringere Übel. Die billige Kulisse ist das wahre Grauen, das die Darstellung der fliegenden Untertassen allerdings noch toppen kann, denn hier ließ man einfach präparierte Radkappen durchs Bild pendeln. Oder: Es werden Platzpatronen verwendet, bei denen der von den Schüssen ausgelöste Staub den ganzen Raum verhüllt. Relativ unabhängig vom Budget komplettieren auch noch schlechte Schnitte dieses cineastische Desaster.

"Plan 9 from Outer Space" ist richtig mies. Ein schrottreifes Werk mit Pappnasen als Schauspieler, das nur durch seinen ungewollt hohen Trashfaktor ein wenig Unterhaltungswert besitzt und fast schon Kultstatus erlangte. Ich werde trotz der schlechten Bewertung meinerseits wohl nur dieses eine Mal diese Empfehlung geben: Dieser Film ist so schlecht, dass einmaliges Ansehen fast schon Pflicht ist.

Details
Ähnliche Filme