Hier haben wir ein mahnendes Beispiel für einen Film der verschenkten
Möglichkeiten.
Das komplexe Thema Manische Depression und die Schauspielerin Maria
Kwiatkowsky in einem Filmprojekt vereint, müsste für einen Filmemacher
doch ein Traum sein.
Da sprudeln in mir sofort 1000 Ideen hoch.
Man hätte aus der subjektiven Sicht von Amelie, albtraumhafte und düstere
Depressionsschübe visualisieren können, um die Handlung des Films zu
brechen, wie der Gemütszustand von Amelie immer wieder durch ihre
Erkrankung gebrochen wird.
Amelies Hochstimmungen hätte man durch wohldosierten, subtilen Einsatz
von Farbfiltern, beinahe unmerklich, bedrückende Vorahnungen anheften
können. Vom gezielten Einsatz tieftöniger Soundeffekte ganz abgesehen.
Und, und, und ...
Stattdessen wartet dieser Film mit grobkörnigen Homevideo-Sequenzen auf,
die wirken, als versuche ein talentfreier Filmstudent den Pixelisations-Stil
des amerikanischen Regisseurs Michael Almereyda ("Hamlet") zu kopieren.
Wie nachlässig Maris Pfeiffer den Film ableiert, wird schon zu Beginn klar.
Amelie rührt sich einen Zyankali-Cocktail an, welcher mengenmässig
ausgereicht hätte um eine ganze Schulklasse in Sekunden zu töten, und
überlebt natürlich !?
Ein wohl unfreiwilliger Lacherfolg.
Das Schlimmste ist aber, wie fahrlässig das Talent von Maria Kwiatkowsky
("En garde") hier verschenkt wurde.
Natürlich überragt sie alle, wirkt aber durchweg völlig unterfordert. Sie wäre
in der Lage gewesen seelische Abgründe in einer nie zuvor gesehenen
Qualität darzustellen. Aber nichts da.
Mit einem kreativen Regisseur und wenigen Korrekturen am Drehbuch, wäre
es möglich gewesen einen sehr beeindruckenden Film zu drehen.
Herausgekommen ist uninspirierte TV-Massenware.
Fazit:
Tolle Hauptdarstellerin in einfallslosem Psychodrama