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Bevor der gefeierte Schundfilmregisseur Edward D.Wood jr. mittels seines unvergeßlichen Meisterwerks „Plan 9 from outer Space“ die Plomben seiner Zuschauerschaft lockerte (aufgrund anhaltenden brüllenden Gelächters) produzierte und drehte er noch diesen Heuler, bei dem ebenfalls dem geneigten Z-Film-Fan kein Auge trocken bleibt.

Seit 1953 lief nun schon Woods Kollaboration mit dem heruntergekommenen Horrorstar Bela Lugosi und als Wood mal wieder etwas Geld zusammen hatte, investierte er es in Lugosi und eines seiner patentierten Drehbücher. Das Ergebnis ist geradezu berauschend: „Bride of the Monster“ ist fast genauso schlecht wie sein Nachfolger und versagt geradezu spektakulär in allen Bereichen.

Die Story an sich ist kaum der Rede wert, wäre sie nicht so albern: irgendwo in einem windschiefen Haus in sumpfiger Umgebung an einem See (das paßt schon mal alles geographisch nicht) hockt Dr.Eric Vornoff (Lugosi), der Maestro der Mad Scientists, der in seinem Labor aus seinen Opfern atomare Supermenschen machen will, um die Weltherrschaft zu erringen, nicht mehr und nicht weniger. Sein Labor ist etwas suboptimal ausgestattet, aber abgelegen, er hat seinen stummen Diener Lobo und nebenan im Weiher pooft ein gigantischer Riesenkrake, der die Überreste der Fehlschläge verspachtelt.

Derer gibt es nun schon ein Dutzend und der Polizeichef (dem sinnigerweise immer ein Papagei auf der Schulter sitzt) ist darob arg vergrätzt und impft seinen besten Leuten ein, endlich mal was ranzuschaffen. Weil die Jungs aber unfähig sind, macht sich eine wackere (und flotte) Journalistin auf die Suche, die auch prompt Vornoff in die Hände fällt. Gleichzeitig bietet sich auch ein Forscher des Unbekannten den Beamten an, der sonst das Monster von Loch Ness jagt und sich als osteuropäischer Spion entpuppt. Und weil Vornoff mehrere Anläufe braucht, bis er die Blonde endlich auf dem Tisch hat, Lobo sich in deren Angorakappe verguckt hat und auch sonst alle sich so beknackt verhalten, wie es nur Wood geschrieben haben kann, vergeht am Ende das Blubberlabor in einer echten Atomexplosion aus dem Archiv...ein Schelm, wer da nicht an Atomkraftgegner denkt...

Ganz ohne Ernst: man muß das gesehen haben, um es wirklich zu glauben.
Wood kennt nicht das geringste Pardon aus seinen begrenzten Mitteln alles und damit nichts zu machen. Vogelwild wird ständig irgendwelches Archivmaterial in dem Film verbacken, von Krakenaufnahmen aus einem Aquarium über malerische Sumpfbootsfahrten aus Afrika bis zu einem Alligator aus irgendeinem Tarzanfilm, der im Gegenschuß einen Polizisten bedroht.
Dreist hat er die einzelnen Drehorte separat errichten lassen, um dort mit fast statischer Kamera längere Dialogszenen aufzunehmen, die nun wirklich keinen Sinn mehr machen. Eine bewegliche Kamera gibt es fast nie, die Schauspieler können sich immer nur bis zum Kulissenrand bewegen und dann wird in die nächste übergeblendet.
Noch viel besser das arg ärmlich ausgestattete Labor mit ein paar Leuchtstoffröhren, Transformatoren, Spulen und einer Schreibtischlampe, die wohl den Atomstrahl simulieren soll. Knorke natürlich auch der gigantische Gummikrake, den sich sowohl der Agent wie auch Lugosi immer ordentlich selbst um den Corpus schlingen müssen, wenn er sie angreift, wobei das Vieh bei dem Spion offenbar freundlichst in einer (feuchten) Kammer mal an die Oberfläche gekommen ist.

Inhaltlich sollte man nicht zu viel erwarten, es erwartet einen Hellsichtiges wie das freundliche Interview, das Lugosi mit Loretta King führt, sie hypnotisiert, sie einschlafen läßt, um sich später den gleichen Käse dann auf Nachfrage noch mal erzählen zu lassen. Der Monsterforscher muß ebenfalls einen Heidenkäse herunterlabern, was der auf einen Gesichtsausdruck beschränkte Tony McCoy als „Hero“ nicht ausgleichen kann.

Auch sonst herrscht Freude allerorten: Kulissen wackeln, Tag und Nacht wechseln von Einstellung zu Einstellung, an der Vegetation kann man ständig ersehen, daß das überall gedreht wurde, nur nicht im Sumpf. Und Tor Johnson ist wie immer großartig als stummes Monstrum, daß grunzend nie aus der Hüfte kommt, aber dann lautlos hinter einem steht. Natürlich nur echt mit Lugosi unzerstörbarem russischen Akzent, den der mit Augenrollen und Grimassen so feinsinnig deklamiert, als ginge es um einen Hamlet-Monolog.

Der ideale Partycrasher, allerdings im filmischen Maßstab gesehen absoluter Bodensatz. Aber mit Charme und Witz. (1/10)

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