Um das Anwesen des alten Professor Vornoff herum verschwinden die Leute in auffällig hoher Zahl. Der Grund hierfür: Vornoff (Lugosi) kassiert in regelmäßigen Abständen Passanten ein und bastelt dann an ihnen in seinem geheimen Laboratorium herum, um eine neue Rasse von atomaren Supermenschen zu erschaffen. Doch das Projekt will und will einfach nicht gelingen. Vornoff entsorgt die kaputten Probanden stets in dem See auf seinem Anwesen, in welchem sich ein Riesenkrake aufhält. Eine Reporterin recherchiert in der Gegend über die Verschwundenen und gerät ebenfalls in die Fänge von Vornoff. Doch Lobo (Tor Johnson) – Vornoffs stummer, buckliger, stark unterbelichteter Diener und Beschützer – ist mit dem Vorhaben, das tödliche Experiment an der Reporterin durchzuführen, nicht einverstanden…
Edward D. Wood jun.: Als der schlechteste Regisseur aller Zeiten verschriehen. Zu Lebzeiten geschmäht und verachtet, post mortem zum Kult avanciert. Hier eines seiner bekanntesten Werke neben dem Sci-Fi-Debakel „Plan 9 From Outer Space“ und dem Transsexuellen-Drama „Glen Or Glenda“ – „Bride Of The Monster“. In den Hauptrollen: der schwer in die Jahre gekommene Bela Lugosi (spielte den ersten „Dracula“ der Filmgeschichte) und der Ex-Wrestler Tor Johnson.
Nun, liebe Bierhelm-Träger und Kung-Fu-Kannibalen, wollen wir mal gemeinsam herausfinden, ob dieser Ed-Wood-Klassiker tatsächlich so lustig-doof ist, wie alle meinen. Mit anderen Worten: Ob das nun wirklich Trash ist oder doch nur brachialer, unwürdiger Shit.
Die Schauspieler:
Lugosi schlägt sich trotz Morphium-Sucht recht wacker. Seine schauspielerische Darbietung wirkt im Vergleich zu den übrigen hier auftretenden Pappenheimern fast schon übertrieben gut. Er lässt hier den aus Tim Burtons „Ed Wood“ bekannten Dialog „Heimat? Ich habe keine Heimat!“ vom Stapel. Über Tor Johnson braucht man wohl keine Worte verliehen. Er spielt sagenhaft schlecht, doch die Rolle des gehirnamputierten „Igors“ meistert er mit Bravur.
Die Story:
Katastrophal! Würde ich abends meinen Kühlschrank fragen, wie sein Tag so war, er könnte mir eine bessere Geschichte erzählen. Au au au, das tut echt richtig weh. Da passt hinten und vorne nichts zusammen. Unlogik, Sinnlücken und Unsinnigkeiten am laufenden Band und soweit das Auge reicht. Auch bei vielen aufeinander folgenden Szenen, könnte man meinen, man wäre versehentlich auf die Fernbedienung gekommen und wäre plötzlich in einem anderen Film geraten. Beispiel: Professor Vornoff kuckt durch ein Fenster seines Labors und sieht den Riesenkraken, wie er unter Wasser schwimmt. Häh!? Oder noch eines: Vornoff ringt mit einem Eindringling, schubst ihn durch eine Tür – platsch, der Angreifer landet im See und der Tintenfisch macht sich über ihn her. Häh!? Grenzt das unterirdische Laboratorium direkt an den See oder wie!? Dann tauchen auf einmal Alligatoren auf (übrigens, wie viele andere zu aufwendige Erscheinungen, wurden auch diese Szenen dreist aus dem Filmarchiv geplünderte, was jedes Kindergartenkind bemerkt) und es ist von einem tödlichen Sumpfland die Rede. …Ja, was denn nur: Sumpf mit Krokos drin oder See mit Tintenfisch? Beides geht ja irgendwie schlecht gleichzeitig.
…Bevor ich mir hier noch einen Wolf schreibe, lass ich es lieber gut sein. Ich glaub, ihr habt ungefähr begriffen was ich meine, oder!? Ich versuche es noch mal auf den Punkt zu bringen:
<<<<< HANDLUNG = SINNLOSER SCHEIßDRECK ! ! ! >>>>>
So, das dürfte reichen.
Sets und Requisiten:
Ein total unbeweglicher Plastik-Kraken, dessen Tentakel nur dann etwas in Fahrt kommen, wenn dessen Opfer damit herum wedeln – sieht echt zum Brüllen blöd aus.
Wenn Tor gegen den Türrahmen läuft, wackelt der ganze Raum. Ein See so tief wie eine Regenpfütze. Völlig nutzloses, Funken sprühendes Laborzubehör. Ein Polizist mit einem Papageien auf der Schulter. Und als am Ende der Professor in den Fängen seines Kraken liegt und beide dann vom Blitz getroffen werden, gibt es eine Atomexplosion und eine Pilzwolke steigt auf. Passanten betrachten das Schauspiel aus 10 Meter Entfernung…
Ohne Worte.
Was sich wohlmöglich richtig schlecht und unsinnig anhört, ist dies auch, aber um ein vielfaches. Über den zur Schau gestellten Dilettantismus schafft man es tatsächlich relativ oft zu Schmunzeln, mitunter sind auch prustende Lachanfälle im Rahmen des Möglichen. Entscheidend jedoch ist, in welcher Gesellschaft man sich „Bride Of The Monster“ genehmigt: Mit der Freundin – eher schlecht. Mit Freunden – hm, ja. Mit Bierhelm und He-Man-Unterhosen tragenden Freunden am Ende einer durchzechten Nacht – Bingo!
„Soon You will be as big as a Giant, with the Strength of 1000 Men – or, like all the Others, DEAD!”
Langweilig: (+)(+)(+)(+)(-)
Unfreiwillig komisch: (+)(+)(+)(+)(-)
Zum Schreien blöd: (+)(+)(+)(+)(+)[(+)]
Fazit:
Wirklich sagenhaft, niederschmetternd, zermürbend schlechter Uralt-Horrortrash, der wirklich eine kleine Durchhalteprobe darstellt und das trotz einer Laufzeit von nur knapp 70 Minuten.
Aber doch, man kann sich in der Tat darüber amüsieren.